Unterschiedliche Entlohungssysteme
VW-Spitze und IG Metall rangeln um Auto 5000

Volkswagen droht ein Streit um den Status der schlechter gestellten Mitarbeiter des Tochterunternehmens Auto 5000. Die eigenständige GmbH baut die VW-Modelle Touran und Tiguan. Die Gewerkschaft IG Metall fordert, die mehr als 4 000 Mitarbeiter zu integrieren.

WOLFSBURG. Am Donnerstag dieser Woche treffen sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite das erste Mal zum Tarifgespräch. Die Position der Gewerkschaft steht. „Unser Ziel ist die Integration der rund 4200 Beschäftigten Anfang 2009“, sagte Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine dem Handelsblatt.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sind die unterschiedlichen Entlohnungssysteme im Konzern zwar selbst ein Dorn im Auge, allerdings befürchtet er angesichts des erfolgreichen VW-Kurses höhere Kosten durch eine Integration in den Konzern. „Ich würde es begrüßen, wenn wir an einem Standort dieselben Bedingungen hätten. Dabei muss es aber um ein Gesamtpaket gehen, bei dem Aufwand und Nutzen in Relation stehen“, sagte der VW-Chef dem Handelsblatt. Gelingt eine Einigung nicht, will Winterkorn Stärke zeigen: „Andernfalls bleibt alles, wie es ist.“

Als Begründung für die Forderung der Gewerkschaft führte VW-Verhandlungsführer Meine an, dass die unterschiedlichen Tariflandschaften in Wolfsburg beseitigt und die Beschäftigten, die teilweise am selben Band arbeiten, gleich behandelt werden müssten. Auto 5000 wurde 2001 am VW-Stammsitz Wolfsburg anstelle von Verlagerungen ins Ausland gegründet.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft noch bis Ende November. Bis zum 30. Oktober muss die Arbeitnehmerseite entscheiden, ob sie ihn kündigt. Stillstand bei der Tochter kann sich der Mutterkonzern nicht erlauben: Das Unternehmen baut unter anderem den Bestseller VW Tiguan. Von dem kompakten Geländewagen könnte Europas größter Autobauer derzeit mehr verkaufen als er produzieren kann.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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