Unterschiedliche Preisvorstellungen
Übernahme von Herlitz angeblich geplatzt

Einem Zeitungsbericht zufolge ist die geplante Übernahme des Berliner Schreibwarenkonzerns Herlitz durch die schwedische Esselte-Gruppe gescheitert.

HB BERLIN. Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) aus Insiderkreisen erfahren habe, seien die Verkaufsverhandlungen auf Grund unterschiedlicher Preisvorstellungen abgebrochen worden, berichtet die Zeitung am Montag in ihrer Internet-Ausgabe. Beide Unternehmen wollten laut FTD dazu keine Stellung nehmen.

Durch das Scheitern der Gespräche wird dem Blatt zufolge die Frage der weiteren Finanzierung von Herlitz wieder aktuell. Nach früheren Angaben liefen die Kreditlinien des Unternehmens Ende März 2004 aus, schreibt die Zeitung. Sollten die Banken sie nicht verlängern, könne Herlitz erneut in Existenznot kommen. Ob die Kreditinstitute ein weiteres Mal Geld zuschießen werden, sei noch offen. „Man muss sich immer die Frage stellen, ob es Sinn macht“, zitierte die FTD aus Bankenkreisen. Über die Kreditverlängerung werde voraussichtlich kurzfristig entschieden. „Die Suche nach einer Lösung für Herlitz geht weiter“, sagte ein Bankensprecher dem Blatt.

Das Traditionsunternehmen Herlitz hatte 2002 ein Insolvenzverfahren überstanden und war nach langen Verlustjahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Jahresüberschuss lag im vergangenen Jahr bei 99 Mill. € nach einem Minus von 134 Mill. € im Jahr davor. Der Konzernumsatz war 2002 um 14 % auf 376 Mill. € gesunken. Neun Banken, darunter die HypoVereinsbank und die Deutsche Bank, halten insgesamt 67 % von Herlitz.

Im Frühjahr meldete Esselte Interesse an. Der Konzern, der seit der Übernahme des Wettbewerbers Leitz in Deutschland vertreten ist, wollte laut FTD über Herlitz einen schnellen Zugang zu großen Handelskunden wie Metro oder Rewe bekommen, bei denen Herlitz gut vertreten ist.

Hinter Esselte stehe seit vergangenem Jahr mit J.W. Childs eine finanzkräftige Investmentgesellschaft, die dem Unternehmen einen aggressiven Expansionskurs verordnet habe, berichtete die Zeitung. Die Amerikaner hätten in den vergangenen acht Jahren Unternehmensbeteiligungen für mehr als drei Mrd. Dollar erworben. Esselte wolle sich nun nach anderen Übernahmezielen in Deutschland umsehen. Weitere Interessenten für Herlitz seien derzeit nicht in Sicht.

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