Unterschiedliche Wachstumsstrategien
Mehr deutsche Autos in China

Mehr Präsenz wollen die deutschen Autobauer auf dem Wachstumsmarkt China zeigen. Der Anteil lokal gefertigter Teile werde „beträchtlich erhöht“, kündigte der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, am Mittwoch in Peking anlässlich der „Auto China 2004“ an, die am Donnerstag die Tore öffnet.

HB PEKING. Er sprach von „Atem beraubenden Veränderungen auf dem Automarkt Chinas“. Alle großen Autohersteller der Welt sind wegen der enormen Zuwachsraten des chinesischen Marktes auf der internationalen Messe vertreten.

Daimler-Chrysler kündigte an, von Mitte nächsten Jahres an in Peking mit der Produktion von Mercedes-Limousinen zu beginnen. Von der E-Klasse und der C-Klasse könnten jeweils 25 000 Stück im Jahr produziert werden. Der Stuttgarter Autobauer investiert in China mehr als eine Milliarde Euro in die Produktion von Jeeps, Pkw und Nutzfahrzeugen. Sein Joint Venture Beijing Jeep will dieses Jahr mit 40 000 Fahrzeugen seinen Absatz verdoppeln.

Als Demonstration ihrer Marktpräsenz in China sind auf der Messe alle großen deutschen Autohersteller sowie erstmals 40 Zulieferfirmen mit einem gemeinsamen Messestand vertreten. Auch ist eine Kontaktbörse mit 50 chinesischen Zulieferern geplant, um künftige Kooperationen auszukundschaften. Der VDA kündigte an, ein Qualitätszentrum in Peking errichten zu wollen. Es soll zum Beispiel Trainingsprogramme in China organisieren und Vorschriften für Autobauer ins Chinesische übersetzen.

Von den zwei Millionen Personenwagen, die in China im Jahr gebaut werden, stammen 700 000 von deutschen Herstellern. Der Marktanteil liegt bei 36 Prozent. In den ersten vier Monaten dieses Jahres stieg die Autoproduktion Chinas um 46 Prozent. Allerdings wird nach 53 Prozent Wachstum im Vorjahr in diesem Jahr nur noch mit einem Zuwachs um etwa 40 Prozent gerechnet. In Erwartung neuer Preisnachlässe und wegen knapper Kredite ist der Verkauf von Personenwagen im vergangenen Monat um 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen.

Deutsche Zulieferfirmen beschäftigen heute bereits 20 000 Beschäftigte an 100 verschiedenen Orten in China. VDA-Präsident Gottschalk betonte, es sei wichtig, dass chinesische Produkte auch auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig seien. Das sei der Schlüssel für künftige Exportaktivitäten aus China heraus. Eine der Attraktionen der Autoausstellung ist der besonders ausgestattete Aston Martin „V12 Vanquish“, der in dem James Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ (Die Another Day) zu sehen war.

Die Einführung des Skoda Octavia würde Volkswagen helfen, die enttäuschenden Verkaufszahlen des VW Polo auszugleichen, zitierte die „Financial Times“ (Mittwochausgabe) Konzernchef Bernd Pischetsrieder. „Ehrlich gesagt war es die völlig falsche Entscheidung, den Polo in China einzuführen. Der Markt will ein einfaches großes Auto und der Polo ist ein komplexer Kleinwagen.“ Die Entscheidung, den neuen Polo als dritte Marke in China zu produzieren, wurde unter dem damaligen Vorstandschef und heutigen Aufsichtsratschef Ferdinand Piech getroffen.

Volkswagen will in China binnen fünf Jahren 5,3 Milliarden Euro investieren, um seine Position als Marktführer auszubauen. Europas größter Autokonzern kontrolliert derzeit rund ein Drittel des chinesischen Marktes.

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