Unterstützung für Akzo Nobel bei Übernahmeplan
Henkel will ein Stückchen vom ICI-Kuchen

Der Konsumgüterkonzern Henkel will dem niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel bei der geplanten Übernahme des britischen Konkurrenten ICI unter die Arme greifen. Im Gegenzug wollen sich die Düsseldorfer Teile des Klebstoffgeschäfts der ICI-Tochter National Starch mit einem Umsatz von rund 1,85 Mrd. Euro sichern. Eine erste Analystenreaktion fiel positiv aus.

HB DÜSSELDORF. Akzo Nobel hatte nach eigenen Angaben für ICI ein mit Henkels Hilfe auf 650 Pence je Aktie aufgestocktes Angebot vorgelegt, das die Briten aber umgehend zurückwiesen. ICI sehe sich trotz der erhöhten Offerte nicht ausreichend bewertet, teilte Akzo Nobel am Montag mit. Akzo ist der weltweit führende Hersteller von Farben und Lacken; ICI ist unter anderem für seine Farbenmarke „Dulux“ bekannt.

Henkel bestätigte am Montagmorgen die Vereinbarung mit Akzo Nobel, die beiden Geschäftsbereiche Klebstoffe und Electronic Materials von der ICI-Tochter National Starch and Chemical Company mit einem Umsatz von 1,85 Mrd. Euro zu übernehmen. Die Unterzeichnung des Vertrages stehe aber noch aus. Die Vereinbarung soll unmittelbar vor der Veröffentlichung eines formalen Angebots von Akzo Nobel für ICI unterzeichnet werden.

Das Klebstoffgeschäft kann Akzo Nobel aber nur dann an die Düsseldorfer weiterreichen, wenn die Transaktion gelingt. Ob dies gelingen werde, sei aber „ungewiss“, betonte Henkel. Für mögliche Übernahmegespräche hat Henkel bereits eine Exklusivitätsvereinbarung mit Akzo Nobel geschlossen.

Henkel erwartet zufolge bei einer Übernahme der National-Starch-Geschäfte eine „nachhaltige“ Stärkung seiner Klebstoffsparte. Denn die Geschäftsfelder würden sich sowohl bei den Anwendungen als auch in regionalen Märkten ergänzen, teilte Konzernchef Ulrich Lehner mit. So ist Henkel bei Industrieklebstoffen vor allem in der Automobil- und Luftfahrtbranche aktiv, National Starch dagegen bei Herstellern von Vliesstoffen und Hightech-Sportschuhen. Henkel könnte nach einer Übernahme zudem das Geschäft mit Klebstoffen für medizinische Anwendungen ausbauen.

National Starch ist auch in Asien stark vertreten. Damit könnte der deutsche Konsumgüterhersteller etwa den Markteintritt in Japan schaffen. Zu finanziellen Details der Vereinbarung und einem möglichen Zeitrahmen wollte sich ein Henkel-Sprecher nicht äußern.

Henkel hatte zuletzt mit der 2004 abgeschlossenen Übernahme des US-Konsumgüterherstellers Dial eine milliardenschwere Übernahme gestemmt. Seitdem setzt der durch Marken wie Persil, Pritt oder Fa bekannte Konzern auf organisches Wachstum und auf kleinere und mittlere Zukäufe, um sein Geschäft abzurunden. Im Februar hatte der Konzern zudem sein Klebstoff- und Technologiegeschäft in einer Sparte zusammengelegt, um dort die Schlagkraft zu erhöhen.

Analyst Heinz Müller von der DZ Bank sagte in einer ersten Einschätzung, eine solche Transaktion würde für Henkel sehr positiv gesehen. Das Unternehmen würde damit seine Marktstellung im Bereich der industriellen Klebstoffe „enorm“ ausbauen.

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