Untersuchung
Eon droht Millionenstrafe

Dem Energieriesen Eon droht nach einer Razzia der EU-Kommission ein Bußgeld in Millionenhöhe. In einem beispiellosen Fall warf die Wettbewerbsbehörde Eon das Aufbrechen eines offiziellen Siegels vor, mit dem beschlagnahmte Dokumente in einem Büro gesichert worden seien. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

HB BRÜSSEL. Die Kommission habe den Verdacht, dass Eon vorsätzlich oder zumindest fahrlässig das EU-Siegel gebrochen habe, teilte die Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. Die Kommission habe Eon bereits am 2. Oktober formell mit dem Vorwurf konfrontiert.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann die Kommission ein Bußgeld von bis zu einem Prozent des Umsatzes des Vorjahres verhängen. Dies wären bei Eon gemessen am Konzernumsatz der betroffenen Eon Energie AG 2005 rund 243 Millionen Euro.

Ein Unternehmenssprecher sagte, Eon habe der EU-Kommission bereits schriftlich erklärt, dass der Vorwurf des Siegelbruchs unberechtigt sei. „Dies wurde durch gutachterliche Stellungnahmen untermauert“, sagte der Sprecher. In einer Anhörung Anfang Dezember wolle Eon die Vorwürfe weiter ausräumen.

Das Siegel an der Tür des Eon-Büroraums sollte nach Darstellung der Kommission Unterlagen sichern, die bei einer Durchsuchung von Unternehmensräumen im Mai sicher gestellt worden waren. Dies entspreche den EU-Regeln, erklärte die Kommission. Die Durchsuchung war Teil einer Untersuchung um zu klären, ob Eon gegen EU-Wettbewerbsregeln auf dem Strommarkt verstoßen hat. Diese Untersuchung dauert an.

Neben Eon hatte die Kommission in ihrem Kampf gegen die Abschottung der europäischen Energiemärkte noch weitere deutsche Unternehmen durchsucht. Sie verdächtigt sie, ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen oder dem Wettbewerb auf anderer Weise zu schaden und damit anderen Unternehmen zu schaden.

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