Unterzeichnung des Vertrages mit Gazprom beim Treffen von Putin und Schröder
Eon und BASF besiegeln Ostsee-Gaspipeline

Eon und BASF-Tochter Wintershall haben mit dem russischen Gasförderer Gazprom den Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee besiegelt. Das Abkommen wurde am Donnerstag anlässlich des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Berlin unterzeichnet.

HB BERLIN. Das Handelsblatt hatte bereits Ende August über die Pläne berichtet. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Russlands Präsident Wladimir Putin unterstrichen durch ihre Anwesenheit bei der Vertragsunterzeichnung des Milliarden-Projekts auch die politische Bedeutung des Vorhabens. Schröder hat die Gasleitung als einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der deutschen und europäischen Energieversorgung bezeichnet.

Durch die rund 1200 Kilometer lange Leitung soll frühestens 2010 russisches Erdgas aus dem westlichen Sibirien nach Deutschland gepumpt werden. Nach derzeitigen Plänen soll das Gas südlich von Sankt Petersburg im Hafen von Wyborg eingespeist werden. Die Pipeline endet in Greifswald. Vorgesehen ist zunächst ein Leitungsstrang mit einer jährlichen Kapazität von 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Später soll ein zweiter, gleich großer Leitungsstrang die Kapazität verdoppeln. Pro Leitungsstrang rechnen die Partner mit Kosten von mindestens zwei Milliarden Euro. Bei maximaler Auslastung von 55 Milliarden Kubikmetern würde rund zehn Prozent des europäischen Erdgasbedarfs über die neue Pipeline geliefert.

Bislang erreicht der Großteil der russichen Gas-Lieferungen Westeuropa über die Jamal-Pipeline, die über Weißrussland und Polen führt. Alternativ zur Ostseepipeline war zunächst auch die so genannte Bernstein-Pipeline über die baltischen Staaten und Polen im Gespräch. Gazprom hatte aber früh deutlich gemacht, gerade in der Umgehung von Staatsterritorien einen Routenvorteil zu sehen. In der Vergangenheit hatte es zwischen Russland und Weißrussland wiederholt Streit über die Jamal-Pipeline gegeben.

Die deutsche Gaswirtschaft sieht in der neuen Pipeline eine wichtige Zukunftsinvestition. „Diese zusätzliche Transitroute dient der weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit hier zu Lande“, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft. Die neue Leitung beugt nach Einschätzung von Experten einer Versorgungslücke vor, die in absehbarer Zeit durch den erwarteten steigenden Erdgas-Verbrauch in Europa entstehen könnte.

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