„Unüberbrückbarer Differenzen“
ABB-Chef Kindle nimmt überraschend seinen Hut

Der Vorsitzende der ABB -Konzernleitung, Fred Kindle, verlässt das Unternehmen wegen unüberbrückbarer Differenzen über die Führung des Unternehmens. Der Verwaltungsrat hat Finanzchef Michel Demare vorläufig zum Vorsitzenden der Konzernleitung ernannt, wie der Technologiekonzern am Mittwoch mitteilte.

HB/oli ZÜRICH. Details zu der Entscheidung wollte der Board nicht nennen. Nach Einschätzungen aus dem Handel dürfte dies den Aktienkurs belasten.

Die Suche nach einem neuen Konzernchef soll umgehend eingeleitet werden. Kindle war im September 2004 zu ABB gekommen und hatte Anfang 2005 die Konzernleitung übernommen. Unter seiner Führung leitete ABB eine Phase des starken organischen Wachstums ein und kehrte in die Gewinnzone zurück.

Fred Kindles Abgang kommt nur ein halbes Jahr, nachdem der deutsche Continental -Vorstand und Multi-Aufsichtsrat Hubertus von Grünberg an die Spitze des ABB -Verwaltungsrats gezogen ist. Andere Wechsel im Verwaltungsrat hat es mit Kindle an der Spitze des Unternehmens nicht gegeben. Meinungsverschiedenheiten über die Strategie von ABB zwischen Kindle und von Grünberg sind dann auch Auslöser für Kindles überraschenden Abgang.

Von Grünberg hat jüngst bei Continental durch den Kauf von VDO bewiesen, dass er Unternehmen auf Expansionskurs treibt. Kindle dagegen war zurückhaltender und hat trotz zahlreichen Kandidaten, die ihm intern präsentiert wurden, die Stärke von ABB nicht für Übernahmen genutzt. Von Grünberg, der in der Branche auch "der weiße Hai" genannt wird, dürfte damit nicht zufrieden gewesen sein.

Dabei hinterlässt Kindle einen florierenden Konzern:

ABB gab am Mittwoch auch erste Zahlen zum Geschäftsergebnis 2007 bekannt. Der Konzerngewinn belief sich 2007 auf 3,8 Mrd. Dollar gegenüber 1,4 Mrd. Dollar im Vorjahr. Im vierten Quartal erreichte der Konzerngewinn 1,8 Mrd. Dollar. Darin enthalten sind der Gewinn aus dem Verkauf von ABB Lummus Global in der Höhe von 530 Mill. Dollar und ein außerordentlicher Steuereffekt in der Höhe von 475 Mill. Dollar. Der Auftragseingang erreichte im vierten Quartal einen Wert von 8,9 Mrd. Dollar, im gesamten Jahr waren es 34,3 Mrd. Dollar. Der Umsatz im vierten Quartal wird mit 8,7 Mrd. Dollar angegeben und für das gesamte Jahr mit 29,2 Mrd. Dollar. ABB hat im weiteren ein Aktienrückkaufprogramm bis zu einem Höchstwert von 2,2 Mrd. Franken beschlossen.

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