Up nach Indien: Volkswagen steigt in den „Kleinwagen-Krieg“ ein

Up nach Indien
Volkswagen steigt in den „Kleinwagen-Krieg“ ein

Der indische Automarkt wächst und wächst. Doch der Wettbewerb ist extrem hart. Wer in Indien Erfolg haben will, braucht Billigautos. Volkswagen muss sich etwas einfallen lassen.
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Frankfurt, DüsseldorfVW-Boss Martin Winterkorn weiß, was die Stunde geschlagen hat. „Das Gravitationszentrum verschiebt sich in Richtung der Bric-Staaten“, stellte der Vorstandschef des Wolfsburger Autokonzerns auf der letzten Hauptversammlung fest. Zu den Bric-Staaten gehören Brasilien, Russland, Indien und China.

Im Schatten von China gewinnt auch Indien zunehmend an Bedeutung. Mit 2,56 Millionen Pkw-Verkäufen wird Indien im Jahr 2011 Platz sechs in der Welt einnehmen – und 2015 größer als der deutsche Automarkt sein, schätzt das CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen.

„Deutsche Autobauer tun sich in Indien schwer“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Centers. Denn wer in Indien Erfolg haben will, braucht Billigautos. Wie in keinem anderen Markt ist die margenschwache Preisklasse zwischen 3500 und 5000 Euro in Indien das wichtigste Segment.

BMW und Mercedes konzentrieren sich deshalb in Indien – wie auch in den übrigen Schwellenländern – auf das lukrative, aber sehr kleine Oberklasse-Segment. Winterkorn, der spätestens im Jahr 2018 mit seinem Konzern einen Absatz von rund zehn Millionen Fahrzeugen anpeilt, arbeitet dagegen intensiv an der Entwicklung einer abgespeckten Version des Kleinstwagens Up für die Schwellenländer. Der VW-Spitze ist klar, dass sie ein konkurrenzfähiges Angebot auf den Markt bringen muss. „Modelle auf die Bedürfnisse der Schwellenländer anzupassen, ist nicht nur beim Up ein Thema, sondern ganz grundsätzlich“, sagte Winterkorn.

Ursprünglich hatten die Wolfsburger auf eine strategische Kooperation mit dem japanischen Autobauer Suzuki gesetzt, deren Tochter Maruti mit großem Abstand Marktführer in Indien ist. Vor zwei Jahren war von „einer entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft“ die Rede. Die beiden Autohersteller würden sich, so hatte Volkswagen erklärt, „hinsichtlich ihres Produktportfolios, der weltweiten Vertriebsnetze und der globalen Produktionskapazitäten ideal ergänzen“. Doch die Zusammenarbeit gestaltete sich schwierig. Seit Monaten liegen beide Autobauer im Streit und geben sich gegenseitig die Schuld dafür. Der Fall geht vor ein Schiedsgericht.

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  • Der Indien-VW sollte auf keinen Fall mit dem Nano konkurrieren und nichtmal mit den billigen der Kleinen. Er sollte am oberern Ende der Kleinwargenpreise und -qualität liegen. wichtiger sind die Mittel- und Oberklassewagen. Den Fuß im Kleinwagensegment zu haben ist nur wichtig um Bekanntheit zu bekommen. Wenn der indische Take-Off beginnt, so wie er in China auch vor Jahren losging, dann muss man eine Vielzahl eigener Mittelklassewagen dahaben. In China gibt es nicht nur den Passat und Bora/Jetta, sondern davon abgeleitete aber selbstständige Varianten (mit und ohne Chauffeurskonzeption). Und dann kommt noch Audi dazu. So haben sie den Markt aufgerollt und so macht man auch Gewinne. Die Kleinwagen-Story ist für das Standbein in der Öffentlichkeit, die Verbreitung des Filial- und Werkstattnetz und zur Vorbereitung des Eigentlichen.

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