Urabstimmung
AEG steht vor großem Streik

Am Dienstag und Mittwoch sollen die Beschäftigten des vor der Schließung stehenden AEG-Werks in Nürnberg darüber entscheiden, ob sie mit einem Arbeitskampf ihre Forderung nach einem Sozialtarifvertrag durchsetzen wollen.

HB NÜRNBERG. Nach dem Scheitern der Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag für die 1 750 Beschäftigten beschloss der IG-Metall-Vorstand am Montag die Urabstimmung. Wenn bis Mittwoch 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder bei AEG zustimmten, könnte der Streik noch diese Woche beginnen, sagte Betriebsratschef Harald Dix in Nürnberg. Er rechne mit einer großen Mehrheit für den Arbeitskampf.

Der IG-Metall-Vorstand in Frankfurt am Main habe die Urabstimmung einstimmig beschlossen, sagte Dix. Sie soll vom (morgigen) Dienstag 05.00 Uhr bis Mittwoch 11.00 Uhr dauern. Das Auszählungsergebnis werde am Mittwochnachmittag vorliegen.

Die bayerische IG Metall hatte die Verhandlungen bereits am Freitag abgebrochen, weil AEG kein Angebot vorgelegt habe. Der schwedische Mutterkonzern Electrolux hatte am 12. Dezember bekannt gegeben, dass die Produktion von Waschmaschinen und Geschirrspülern nach Polen verlagert und das Nürnberger Traditionswerk schrittweise bis Ende 2007 geschlossen werde.

Die im Sozialforum Nürnberg zusammengeschlossenen Arbeitslosen- und Gewerkschaftsinitiativen riefen unterdessen zum Boykott von AEG- und Electrolux-Produkten auf. „Mit dem Boykott gegen Electrolux kann jeder einzelne den Kampf der AEG-Belegschaft aktiv unterstützen“, heißt es in dem Aufruf. Den Konzernen solle es so schwer wie möglich gemacht werden, „profitorientierte Kahlschlagspolitik“ auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Familien durchzusetzen. Die Initiativen wollen vor Elektronikmärkten in der Region sowie im Internet Unterschriften sammeln.

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