Industrie

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Urankonzern: RWE und Eon wollen sich von Urenco trennen

Noch halten RWE und Eon eine gemeinsame Beteiligung an Urenco. Doch aktuell suchen sie dafür einen Käufer. Mögliche Interessenten gebe es bereits. Auch die Regierung in London prüft einen Verkauf ihres Anteils.

Ein Hinweisschild vor der Zentrale von RWE. Quelle: dapd
Ein Hinweisschild vor der Zentrale von RWE. Quelle: dapd

AmsterdamDie Energiekonzerne RWE und Eon wollen sich nach der Atomwende in Deutschland auch von ihrer Beteiligung am Urankonzern Urenco trennen. Die beiden Versorger suchten einen Käufer für ihre Anteile, erklärte die niederländische Regierung am Montag, die ebenfalls an Urenco beteiligt ist. Doch nicht nur die beiden Versorger versuchen den Absprung - auch die britische Regierung prüft einen Verkauf ihrer Beteiligung.

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Als Interessenten werden in Branchen- und Finanzkreisen neben dem französischen Atomkonzern Areva auch die Finanzinvestoren CVC und KKR gehandelt. In Industriekreisen hieß es, auch der japanische Toshiba -Konzern erwäge ein Gebot. Die beiden deutschen Versorger sprächen bereits mit möglichen Käufern, sagte eine Sprecherin des niederländischen Wirtschaftsministeriums. Die Niederlande zögen dagegen keinen Verkauf ihres Anteils in Betracht.

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Eon und RWE halten über die gemeinsame Tochter Uranit 33 Prozent an Urenco, die übrigen Anteile kontrollieren die Niederlande und Großbritannien. Ein Sprecher des britischen Wirtschaftsministeriums hatte gesagt, die Regierung in London prüfe eine Veräußerung ihres Anteils. Sie diskutiere über Optionen mit den anderen Urenco-Eignern. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. In mit der Situation vertrauten Industriekreisen hieß es, eine Menge Gespräche hätten zwischen den Urenco-Teilhabern stattgefunden, aber es sei unter anderem angesichts der unterschiedlichen Beweggründe gut möglich, dass dieses Jahr in der Angelegenheit nichts passieren werde.

Urenco beliefert Kraftwerksbetreiber mit angereichertem Uran. Die Firma hat auch eine Niederlassung in Gronau im Münsterland und erzielte im Jahr 2010 bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 390 Millionen Euro. Berichte, nach denen Eon und RWE den Absprung suchen, machen seit Monaten die Runde.

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Die durch die Atomwende und ihr schwächelndes Gasgeschäft unter Druck geratenen Versorger wollen sich bis Ende 2013 von Beteiligungen im Volumen von über zehn Milliarden Euro trennen. Sie hatten zuletzt ein klares Bekenntnis zu Urenco vermieden und die Berichte über einen Ausstieg nicht kommentiert - dies taten Vertreter beider Konzerne am Montag erneut. Die Anleger hofften indes, dass die beiden Konzerne bald mit ihren Anteilen Kasse machen: Aktien von Eon notierten 1,6 Prozent im Plus, RWE-Papiere legten 0,9 Prozent zu.

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