Uriel Sharef
Schmiergeldklage gegen Ex-Siemens-Vorstand

Mit einem System schwarzer Kassen und Schmiergeldzahlungen soll der ehemalige Siemens-Vorstand Uriel Sharef das Geschäft des Konzerns in Südamerika vorangetrieben haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.
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MünchenDie Münchner Staatsanwaltschaft hat gegen einen früheren Siemens-Vorstand Anklage wegen des Schmiergeldskandals bei dem Elektrokonzern erhoben. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um den früheren Zentralvorstand Uriel Sharef. Die Behörde nannte am Dienstag den Namen des Managers, der unter anderem für Südamerika zuständig war, allerdings nicht. Über die Anklage hatte am Samstag bereits die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Sharef ist der zweite Siemens-Vorstand, der sich wegen der Affäre vor Gericht verantworten muss. Der Prozess gegen den ehemaligen Vorstand Thomas Ganswindt war im Mai gegen eine Strafgeld von 175.000 Euro ohne Urteil eingestellt worden. Ganswindt war unter anderem wegen vorsätzlicher Verletzung der Aufsichtspflicht angeklagt. Der 50-Jährige hatte die Vorwürfe zum Auftakt zurückgewiesen.

Sharef wirft die Anklage vor, in ein System schwarzer Kassen und in Schmiergeldzahlungen in Südamerika verstrickt gewesen zu sein. Die angeklagten Fälle reichten bis in höchste Kreise in Argentinien. Der frühere Staatspräsident Carlos Menem, einige seiner Minister und Staatssekretäre und weitere Hierarchen sollen Millionenbeträge dafür bekommen haben, dass dem Technologiekonzern aus München per Dekret ein bedeutender Auftrag erteilt worden sei: die Herstellung von fälschungssicheren Pässen für alle Argentinier.

Dies sollte eine Milliarde Dollar bringen. Das Geschäft scheiterte später und brachte Siemens viel Ärger ein, bis hin zur US-Justiz und zur US-Börsenaufsicht, die Siemens auch wegen der Vorgänge in Argentinien hart bestraften und bis heute in dieser Sache ermitteln.

Bei Siemens sollen über Jahre hinweg rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen sein, um Aufträge im Ausland zu ergattern.. Der größte Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte hatte den Konzern rund 2,5 Milliarden Euro gekostet, etwa für Strafzahlungen sowie Anwalts- und Beraterkosten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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