US-Autoabsatz
Deutsche Autobauer punkten in den USA

Der teure Sprit vermiest den US-Amerikanern die Lust auf große Schlitten. Aber ein neues Auto wollen derzeit trotzdem viele. Eine Situation, die den deutschen Hersteller in die Hände spielt: Sie können nun punkten.
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Detroit/Frankfurt Besonders gut lief es im April für die BMW-Kleinwagenmarke Mini mit mehr als 6.400 verkauften Autos. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das ein Zuwachs von 68 Prozent. Niemals zuvor hatte Mini derart viele Wagen in den USA absetzen können. "Wegen der steigenden Spritpreise sind immer mehr Menschen offen für ein kleinere Autos", sagte Landeschef Jim McDowell. Die größeren Modelle von BMW verkauften sich 18.800 mal und damit neun Prozent besser.

Volkswagen legte um 23 Prozent auf 28.500 Fahrzeuge zu. Der mit dem Konzern verbundene Sportwagenhersteller Porsche steigerte seine Verkäufe sogar um 82 Prozent auf knapp 3200 Fahrzeuge.

Auch die großen US-Autokonzerne hatten sich auf die steigenden Spritpreise eingestellt und bieten mittlerweile ein breites Angebot bis hin zum Kleinwagen. So konnten sie die nachlassende Lust auf große Schlitten abfedern. General Motors verkaufte fast 233.000 Autos und damit satte 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Rivale Ford wurde annähernd 190.000 Autos los, was einem Zuwachs von 16 Prozent entspricht.

Die Pick-up-Trucks verloren bei beiden Hersteller etwas an Bedeutung. "Die gestiegenen Spritpreise haben viele Kunden die Wahl ihres Autos nochmal überdenken lassen", sagte GM-Verkaufschef Don Johnson. Mit Pick-up-Trucks und schweren Geländewagen hatten die Autokonzerne in der Vergangenheit allerdings viel Geld verdient. Kleinere Autos werfen weniger Profit ab.

Immerhin müssen die Hersteller nun viel weniger Rabatte gewähren als früher. Nach Angaben des Automarktplatzes Edmunds.com lag der durchschnittliche Preisnachlass mit 2118 Dollar so niedrig wie seit mindestens 2005 nicht mehr. Vor einem Jahr bekamen die Kunden im Schnitt noch 2669 Dollar Rabatt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Autoabsatz: Deutsche Autobauer punkten in den USA"

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  • Einige Amerikaner kaufen deutsche Autos, aus Imagegründen. Aber eben nur einige. Deutsche Autos sind in den USA sehr teuer.

    In den USA gibt es auch so etwas wie eine Mängel- und Pannenstatistik, von AAA. Die läßt deutsche Autos von Daimler, Audi und BWM ziemlich schlecht aussehen, so um den 10. Platz. Vordere Plätze sind von Marken wie GM (!)und natürlich den Japanern belegt. Den Platz 1 belegt aber Porsche. Insofern ist das mit dem "Punkten" so eine Sache.

    Amerikaner sind nach meiner Kenntnis im Allgemeinen vernünftiger als Deutsche. Man nutzt eher den Verstand, ganz im Gegensatz zu Deutschen, die sich häufig von Ängsten steuern lassen.

    Natürlich kaufen Amerikaner gerne große Autos, Deutsche etwa nicht?

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