US-Autobauer
Chrysler läuft die Zeit davon

Die Rettung des US-Autobauers Chrysler steht auf Messers Schneide. Die kanadische Autobauer-Gewerkschaft hat die von Chrysler geforderten Gehaltskürzungen abgelehnt - diese waren wesentlicher Bestandteil des Sanierungskonzepts. Und dann endeten auch noch mehrere Spitzentreffen mit der US-Regierung ergebnislos. Chrysler bleiben nur noch zehn Tage, dann ist der Ofen aus.

NEW YORK/MAILAND. Für den um sein Überleben kämpfenden US-Autobauer Chrysler wird es eng. Eine Woche vor Ablauf einer letzten Gnadenfrist steuert der krisengeschüttelte Autobauer immer schneller auf eine Insolvenz zu. Nach einer Serie ergebnisloser Spitzentreffen in Washington ist der drittgrößte amerikanische Hersteller nach Ansicht einiger Regierungsvertreter keinen Rettungsversuch mehr wert, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

Chrysler habe eine zu schwache Produktpalette und sei zu wenig international. Die US-Administration unter US-Präsident Barack Obama sieht eine Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat als letzte Chance – doch die US-Gewerkschaften wollen keine weiteren Zugeständnisse mehr machen.

Beamte des Finanzministeriums waren am Montag in der US-Hauptstadt der Zeitung zufolge mit den Chefs von Chrysler, Robert Nardelli, und Fiat, Sergio Marchionne, und dem Präsidenten der Automobilgewerkschaft United Auto Workers (UAW), Ron Gettelfinger, zusammengetroffen. Um eine Insolvenz abzuwenden, muss Chrysler nach dem Willen der US-Regierung bis zum 30. April mit den Gewerkschaften übereinkommen und eine Allianz mit dem Wettbewerber Fiat unter Dach und Fach bringen.

US-Präsident Barack Obama hatte eine Allianz des italienischen Autobauers mit Chrysler zur Bedingung für weitere Milliardenhilfen gemacht. Doch weder eine Einigung mit Gewerkschaft und Schuldner als auch mit Fiat ist bisher in trockenen Tüchern. Im Gegenteil: Erst jüngst hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne mit einem Scheitern der Allianz gedroht, sollten die Gewerkschaften keine deutlichen Kostensenkungen akzeptieren.

Doch die Arbeitnehmervertreter ziehen nicht mit. Die kanadische Autobauer-Gewerkschaft CAW lehnte diese Woche eine von Chrysler geforderte Kürzung der Bezüge um rund zwölf Euro pro Stunde ab. „Das ist nicht machbar“, sagte CAW-Präsident Ken Lewenza.

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