US-Autobauer
Chrysler zittert weiter um Fiat-Einstieg

Für den insolventen US-Autobauer Chrysler steht der rettende Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns noch mindestens bis Ende der Woche auf der Kippe. Ein Berufungsgericht in New York hat eine entscheidende Anhörung für diesen Freitag angesetzt.

HB NEW YORK. Für eine der letzten Hürden vor einem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens sorgt ein Pensionsfonds im Bundesstaat Indiana. Er zählt zu den Gläubigern, denen Chrysler insgesamt knapp sieben Mrd. Dollar schuldet. Der Fonds hat gegen den vom Insolvenzgericht schon genehmigten Fiat-Einstieg Berufung eingelegt.

Um nicht weiter Zeit zu verlieren, wird bei dem Einwand eine Instanz übersprungen. Dies sei angesichts der Bedeutung des Falls angemessen, entschied der für Chrysler zuständige Insolvenzrichter. Der Fonds hat an Chrysler Forderungen von rund 42 Mio. Dollar und fühlt sich beim geplanten Schuldenverzicht benachteiligt. Die Gläubiger sollen insgesamt etwa zwei Mrd. Dollar bekommen.

Chrysler droht die Zeit davonzulaufen. Fiat kann die Beteiligung von zunächst 20 Prozent wieder aufkündigen, wenn sie nicht bis zum 15. Juni besiegelt ist. Bei einem Einstieg dürfen die Italiener später auf mehr als 50 Prozent aufstocken. Vorerst hält die Autogewerkschaft UAW im Tausch für Milliarden-Zugeständnisse die Mehrheit an Chrysler, die USA und Kanada den Rest.

Die ebenfalls insolvente bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) beobachtet den Verlauf des vor rund einem Monat gestarteten Chrysler- Verfahrens aufmerksam. Ein schneller Abschluss würde auch GM Anlass zur Hoffnung geben. Er wäre zudem ein Erfolg für US-Präsident Barack Obama, der eine Dauer von 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben hatte. Viele Experten hatten das für unmöglich gehalten.

Ein Chrysler-Manager kündigte bereits die Wiederaufnahme der Produktion noch im Juni an. Mit Beginn der Insolvenz hatte der Hersteller alle Bänder angehalten. Angesichts weiter abstürzender Verkaufszahlen kündigte Chrysler neue Verkaufsanreize mit Nullzins- Krediten für einige Modelle an. Der Hersteller setzte im Mai in den USA lediglich noch 79 010 Autos ab, knapp 50 Prozent weniger als vor einem Jahr.

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