US-Autobauer findet keine Gläubiger
Chrysler schockt die Finanzmärkte

Die Finanzierung des Verkaufs der Daimler-Tochter Chrysler an die Private-Equity-Firma Cerberus gerät immer mehr ins Stocken. Die Eiszeit auf den Kreditmärkten fordert damit ein neues Opfer.

tor/mm/mwb NEW YORK. Der US-Autobauer Chrysler hat jetzt eine Kredittranche von 12 Mrd. Dollar zurückgezogen, weil die begleitenden Banken keine Investoren für das Finanzierungspaket finden konnten. Das berichten US-Medien. Das Bankenkonsortium unter der Führung von JP Morgan und der Citigroup wird demnach zehn Mrd. Dollar zunächst selbst finanzieren und später noch einmal versuchen, das Paket auf den Kreditmärkten unterzubringen. Die restlichen zwei Mrd. Dollar sollen der Daimler-Konzern und die Private-Equity-Firma Cerberus vorstrecken. Die beteiligten Unternehmen wollten dazu keine Stellung nehmen.

Daimler will gut 80 Prozent seiner US-Tochter Chrysler an Cerberus verkaufen. Die komplexe Transaktion beinhaltet insgesamt eine Kreditaufnahme von 62 Mrd. Dollar. Chrysler selbst benötigt eine Finanzspritze von zwölf Mrd. Dollar. Eine weitere Kredittranche von acht Mrd. Dollar soll die Finanztochter des US-Autobauers stützen. Dieses Paket ist bereits zum größten Teil an Investoren verkauft worden und steht nicht auf der Kippe. Daimler-Chef Dieter Zetsche bekräftigte, dass der Verkauf von Chrysler wie geplant im dritten Quartal über die Bühne gehen werde. Daimler hat die Belastungen aus der Transaktion auf maximal vier Mrd. Dollar beziffert.

Das Finanzierungsrisiko liegt offenbar größtenteils bei den Banken, die sich verpflichtet haben, die Kredite bei Investoren unterzubringen.

„Subprime“-Krise

Durch die anhaltende „Subprime“-Krise auf dem US-Hypothekenmarkt ist den Anleger auch auf anderen Kreditmärkten der Appetit für riskante Investments vergangen. Bill Gross, Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco, bezeichnete den Markt für Firmenanleihen und -kredite als „eingefroren“. Es gehe nichts mehr. Mehr als 30 Kreditpakete für Firmenübernahmen mussten in den vergangenen Wochen wieder aufgeschnürt werden. Experten rechnen damit, dass die Banken deshalb zunächst keine größeren Buyouts mehr finanzieren werden.

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