US-Autobauer
Ford kündigt Gewinneinbruch an

Der zweitgrößte Autohersteller der USA erwirtschaftet im Heimatmarkt ein sattes Plus. Doch das Auslandsgeschäft hinkt hinterher. Der Verlust soll drei Mal so hoch ausfallen wie im Vorquartal.
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Detroit/KölnDer US-Autobauer Ford rechnet wegen schwacher Auslandsgeschäfte mit einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Vor allem in Europa hätten sich die Marktbedingungen seit Jahresbeginn deutlich verschlechtert, teilte der Konzern in der Nacht zum Freitag in Detroit mit. Insgesamt dürfte sich der Verlust außerhalb Nordamerikas im Vergleich zum ersten Quartal etwa verdreifacht haben. Der Gesamtkonzern werde aber schwarze Zahlen schreiben.

Von Januar bis März hatte der Konzern im Ausland operativ 190 Millionen Dollar (152 Mio Euro) Miese eingefahren, allein 149 Millionen Dollar davon in Europa. Nun könnten demnach außerhalb der USA bis zu 570 Millionen Dollar fehlen. Nach Zahlen des Branchenverbands ACEA hat Ford in der EU von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 8,4 Prozent weniger Autos verkauft. Der gesamte Absatz der Branche ging demnach um 7,7 Prozent zurück.

Ein Sprecher sagte zu der schwachen Lage in Europa, dass der Konzern „neue Pläne“ für die Region entwickle. Philosophie des Unternehmens sei es aber, die Produktionskapazitäten immer der Nachfrage anzupassen.

Wegen der Probleme hatten die Kölner Ford-Werke Ende April Kurzarbeit beantragt.

Eine Sprecherin sagte am Freitag, im Mai und Juni hätten die Bänder an sieben Tagen stillgestanden, einen Tag weniger als geplant. „Wir behalten uns aber vor, je nach Lage noch einzelne Tage nach Ende der Werksferien zu nehmen.“

2011 hatte Ford nach Angaben der Sprecherin rund 368 000 Autos in Köln produziert, überwiegend den Kleinwagen Fiesta. 2012 sollten nach derzeitigem Stand voraussichtlich 5 bis 7 Prozent weniger Einheiten vom Band laufen.

Für das Focus-Werk in Saarlouis ist nach Angaben der Unternehmenssprecherin bislang keine Kurzarbeit beantragt, dort habe es im Februar eine zusätzliche kollektive Freischicht gegeben. Für die beiden deutschen Ford-Standorte gilt eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2017 ausschließt. Ford beschäftigt in Köln rund 17 400 und in Saarlouis 6400 Menschen.

Probleme hat der US-Autogigant auch in China. Den Rückstand zur Konkurrenz von Volkswagen und General Motors versucht der Konzern mit Milliarden-Investitionen wettzumachen, die das Ergebnis nun belasten.

Auch in den USA läuft das Geschäft nicht mehr so rund wie im ersten Quartal, als Ford mit 2,1 Milliarden Dollar vor Steuern den größten Gewinn seit zwölf Jahren erwirtschaftete. Dort hätten nun die Kosten für die Einführung neuer Modelle belastet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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