US-Autobauer
General Motors hält die Zeit an

Wenn 2008 ein Preis für die ausgefallenste Sparidee verliehen worden wäre, hätte die Opel-Mutter General Motors gute Karten gehabt. Der ums Überleben kämpfende US-Autoriese will 15 Mrd. Dollar einsparen und geht dafür viele Wege: Unter anderem hat der Autobauer die Zeit angehalten.

HB NEW YORK. So werden in den 562 Uhren in der Konzernzentrale in Detroit die Batterien nicht mehr ausgetauscht, wie das "Wall Street Journal" berichtete. Das spare auch den Aufwand, die Uhren zweimal im Jahr auf Sommer- und Winterzeit umzustellen, argumentiere GM. Außerdem würden nun zum Beispiel billigere Bleistifte und Wischlappen bestellt.

Letzteres senke die "Kosten pro Wischvorgang", hieß es in einem GM - Rundschreiben. Seine teure Privatjet-Flotte legt GM inzwischen auch still. Allerdings fiel die Entscheidung erst, nachdem die Chefs damit nach Washington gedüst waren, um beim Kongress Milliardenkredite einzufordern und dafür von den Abgeordneten mit Kritik überzogen wurden.

Das Jahr 2008 markierte auch voraussichtlich das Ende der "Großen Amerikanischen Hosen-Klage". Ein ehemaliger Richter hatte 2005 die Betreiber einer Reinigung verklagt, in der seine Hose verloren gegangen war. Für jeden Tag ohne die Hose forderte er 18 000 Dollar. Im laufe der Zeit schwoll die Summe auf 67 Mio. Dollar an. Der Ex-Richter unterlag im Oktober in erster Instanz und scheiterte Mitte Dezember auch mit seiner Berufung. Der Fall galt in den USA als Symbol für die Lücken im amerikanischen Justizsystem, die auch absurde Klagen erlauben.

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