US-Autobauer GM bläst Opel-Verkauf ab

In letzter Minute hat der US-Autokonzern General Motors den geplanten Verkauf von Opel an den Zulieferer Magna gestoppt. GM will Opel selbst sanieren. Die Bundesregierung steht nach ihren monatelangen Bemühungen nun vor einem Scherbenhaufen - und reagiert verärgert. Die Belegschaft fürchtet um die Werke Bochum, Kaiserslautern und Antwerpen.
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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der GM-Verwaltungsrat habe entschieden, dass die Amerikaner die deutsche Tochter doch behalten wollen, teilte das Unternehmen am späten Dienstagabend mit. Der Konzern werden nun umgehend seinen Restrukturierungsplan für Opel der deutschen und den übrigen europäischen Regierungen vorstellen, kündigte GM-Boss Fritz Henderson an.

Der US-Konzern vollzieht damit auf den letzten Metern der Trennung von Opel eine radikale Kehrtwende. Die Amerikaner brüskieren mit ihrer Entscheidung die Bundesregierung und stoßen Arbeitnehmer und Opel-Management vor den Kopf. Das monatelange Ringen um Opel endet für die Deutschen damit vorerst mit einem Scherbenhaufen. GM-Chef Fritz Henderson bezifferte die Kosten der Restrukturierung auf drei Mrd. Euro.

In Berlin wurde die Entscheidung mit scharfer Kritik aufgenommen. „Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel“, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vor einer Kabinettssitzung in Berlin. Er forderte von GM und Opel die rasche Vorlage eines Konzepts zur Restrukturierung. Ein solcher Umgang mit den Arbeitnehmern acht Wochen vor Weihnachten ist in keiner Weise hinnehmbar.“ Brüderle forderte den US-Konzern GM auf, jetzt seine Restrukturierungspläne für die deutsche Tochter „schnellstmöglich auf den Tisch zu legen“.

Der FDP-Politiker bekräftigte auch, dass Opel die Brückenfinanzierung von 1,5 Mrd. Euro nun zurückzahlen müsse. „Wir werden unser Geld des Steuerzahlers zurückholen; der Steuerzahler hat einen Anspruch darauf“, sagte Brüderle.

Die Bundesregierung bedauerte die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats. „Mit dieser Entscheidung ist ein Investorenprozess abgebrochen worden, der über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten von allen Beteiligten - einschließlich GM - intensiv geführt wurde“, erklärte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Weiter sagte er, man gehe davon aus, dass der US-Konzern die Leistungsfähigkeit der deutschen Tochter stärke und die erforderlichen Anpassungen auf ein "unverzichtbares Mindestmaß begrenzt". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Wirtschaftsminister Brüderle gebeten, am Mittwoch im Kabinett zum Thema Opel zu berichten.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz forderte die Bundesregierung auf, die für den Fall eines Verkaufs zugesagten Finanzhilfen nicht zu zahlen. "Ich gehe auch davon aus, dass sich die Bundesregierung von GM nicht erpressen lässt, zumal es mit Magna eine andere Alternative gibt", sagte Franz. Es sei auch unwahrscheinlich, "dass GM aus anderen Ländern Geld bekommt, da diese die Zusage nur auf Basis des industriellen Konzeptes von Magna getroffen" hätten.

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  • Kommentar zu "unbeteiligter"
    Gm soll deshalb keine Hilfe erhalten, weil GM seit Jahren bewiesen hat, dass sie keine marktgängigen Autos bauen und das Unternehmen nicht sanieren können.
    Warum sollen europäische Steuerzahler die nachgewiesene Unfähigkeit bezahlen und weitere Risiken eingehen.

  • Kommentar zu "unbeteiligter"
    Gm soll deshalb keine Hilfe erhalten, weil GM seit Jahren bewiesen hat, dass sie keine marktgängigen Autos bauen und das Unternehmen nicht sanieren können.
    Warum sollen europäische Steuerzahler die nachgewiesene Unfähigkeit bezahlen und weitere Risiken eingehen.

  • Warum GM nicht dieselbe Hilfe erhalten sollte wie Magna?
    Opel ist in den letzten Jahren mit GM nicht wirklich erfolreich gewesen.
    Opel-Knowhow über eine insolvenz in die USA zu transferieren, halte ich für sehr wahrscheinlich aber auch bedenklich.
    Die versprochenen Kredite sind DEUTSCHE Steuergelder, erwirtschaftet von deutschen Steuerzahlern. Wenn dann eine deutsche bundesregierung solche Kredite nicht entsprechend an Zusagen für europäische Arbeitsplätze binden kann, dann sind aus meiner Sicht solche Kredite nicht mehr vertretbar. Verstehen kann ich GM, solche Kredite in die Planung mit einzubeziehen, aber eben nur aus Sicht von GM.

  • Es gibt Dinge im Leben, da trifft man Entscheidungen ohne den anderen zu fragen - Dinge, die man einfach nicht mehr bereden oder diskutieren kann. Es wird Zeit, dass auch die Deutschen das endlich mal lernen - dann wuerde man von anderen (in diesem Fall GM bzw. die USA) auch nicht vor den Kopf gestossen, sondern wuerde seinen eigenen Kopf durchsetzen.

  • Regierung erzürnt? Lächerlich, sie wissen das sie selber schuld sind und ersuchen den schwarzen Peter mal wieder anderen unterzujubeln. Die Regierung hatte im vergangenen Dezember die Chance Opel freizukaufen und hat sie verpasst. GM vergisst so schnell nicht. Die Regierung wurde für ihre Fehler jetzt abgestraft. Am Ende leidet nicht die Regierung, sondern der Arbeitnehmer. Alles andere ist nur geknickter Stolz.

  • Wieso sollte GM nicht dieselbe Hilfe erhalten, die Magna bekommen hätte? im grunde ist es doch egal, wer Opel saniert. GM könnte sogar die bessere Lösung sein, da man sich das Knowhow aus einem Weltkonzern holen kann. ich halte die einseitige berichterstattung der deutschen Presse für kritikwürdig.

  • Guten Tag;..... um zu vermeiden dumm herum zu reden, nur folgendes im Klartext. Gestern hat M.R Obama Frau Merkel gesagt; er waere Praesident von Amerika und seine Klientel waeren Amerikaner GM waere ein US Unternehmen und stuende nicht zum Verkauf an Austia-Canadian-Russian Mafia." Nuts ". Also noch mal ganz langsam fuer alle die denken Amerika an die Hose pinkeln zu koennen. U.S First, oder wie Schroeder sagen wuerde " basta ". besten Dank

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