US-Autobauer
GM hat sechs Interessenten für Opel

Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer General Motors braucht schon wieder Geld vom Staat. Es fehlten fünf Milliarden Dollar, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, sagte GM-Chef Fritz Henderson bei einer Telefonkonferenz. Für die deutsche Tochter Opel hatte der Automanager allerdings gute Nachrichten zu verkünden.

HB NEW YORK. Henderson sagte, man habe Verbindung mit mehr als einem halben Dutzend potenzieller Käufer aufgenommen, die ernsthaftes Interesse an Opel zeigten. Unter ihnen seien Finanzinvestoren und Unternehmen aus der Autoindustrie. Auch für die insolvente schwedische GM-Tochter Saab gebe es Interessenten, die sich bereits die Bücher anschauten.

Das Geschäft von GM in Europa - das zu vier Fünftel aus Opel besteht - laufe besser als erwartet, sagte Henderson. Die Abwrackprämie in Deutschland und der Erfolg des neuen Opel Insignia seien hilfreich. „Die Liquiditätsprobleme in Europa, die wir erwartet hatten, stellen sich nun eher Ende als Anfang des zweiten Quartals.“ Das würde GM länger Zeit geben, um eine Lösung zu finden.

Gleichzeitig meldete Henderson weiteren, dringenden Finanzbedarf an. Man benötige bald fünf Mrd. Dollar (3,8 Mrd. Euro) an Staatshilfen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Der GM-Chef hält aber eine Insolvenz als Ausweg für immer wahrscheinlicher. Er würde eine Lösung ohne Gläubigerschutz nach US-Recht (“Chapter 11“) bevorzugen, habe aber das Gefühl, dass es wahrscheinlich nicht ohne gehen werde, sagte Henderson. Noch gebe es Chancen, diesen Schritt zur Sanierung zu umgehen. „Das ist immer noch möglich.“ GM fahre aber zweigleisig.

Eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung über den Weg spiele das Finanzministerium. Dieses hatte von GM Ende März einen ehrgeizigeren Sanierungsplan gefordert. Zuletzt war spekuliert worden, dass GM binnen weniger Tage Gläubigerschutz beantragen werde.

Henderson hat Ende März das Ruder beim ehemals weltgrößten Autohersteller übernommen. Das Unternehmen steht durch hausgemachte Probleme und die weltweite Absatzkrise seit Monaten am Abgrund - nur milliardenschwere Hilfen der US-Regierung haben eine Insolvenz bisher verhindert. Manche Experten sehen in einem Gläubigerschutz den einzigen Weg für eine Sanierung von GM.

Opel gelingt es indes derweil offenbar, sich zunehmend von der kränkelnden Mutter abzunabeln. Kreisen zufolge hat sich das Unternehmen mit GM auf die Rückgabe von Patenten geeinigt. Dem muss aber noch die US-Regierung zustimmen. Zudem hat das Unternehmen nun nach eigenen Angaben Zugriff auf eigene Geldreserven für das Europageschäft.

Am Freitagmorgen wurde bekannt, dass eine weitere GM-Tochter Staatshilfe bekommt: Der Autobauer Daewoo kann mit Finanzhilfen rechnen. Südkoreas Informationswirtschaftsminister Lee Youn-Ho erklärte, die staatliche Korea Development Bank prüfe derzeit die Bücher von Daewoo in Hinblick auf eine Finanzspritze. "Ich erwarte, dass es auf verschiedene Weise zu den notwendigen Hilfsmaßnahmen kommt." Dabei sei vor allem der Finanzsektor gefragt, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap den Minister.

Daewoo hat bei Banken um weitere Darlehen gebeten, nachdem das Unternehmen seinen zwei Mrd. Dollar großen Kreditrahmen ausgeschöpft hatte. Südkorea kündigte kürzlich an, die heimische Autobranche im Kampf gegen die Absatzkrise mit 400 Mio. Dollar zu unterstützen.

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