US-Autobauer
GMs Börsenrückkehr vor der Vollendung

Bei General Motors laufen die Vorbereitungen für die Rückkehr auf das Börsenparkett auf Hochtouren. Der US-Autobauer kann sich offenbar die Investoren, die mit an Bord geholt werden sollen, aussuchen, da der IPO auf reges Interesse stößt. Die Regierung in Washington ist ausländischen Geldgebern gegenüber jedoch skeptisch.
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HB DETROIT/NEW YORK. Der US-Autokonzern General Motors läutet die heiße Phase der Vorbereitungen für seinen historischen Börsengang ein. Das weltweite Buhlen des Autobauers um Investoren hat begonnen. Das Interesse an dem für November erwarteten IPO scheint groß zu sein. So hat Chinas SAIC Motor bereits vorgefühlt, ob es einen Anteil an der Opel-Mutter übernehmen könne, wie vier mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters sagten.

In den kommenden Wochen wird sich klären, welche Anleger sich noch an dem teilverstaatlichten US-Konzern beteiligen wollen, der einst weltgrößter Autobauer war. Das in den USA mit dem Spitznamen „Government Motors“ bedachte Unternehmen und seine Berater haben diverse Gespräche mit Staatsfonds vereinbart. Vertreter der US-Regierung haben jedoch Bedenken, was das Engagement ausländischer Investoren angeht. Sie befürchten politische Probleme. Dabei geht es wohl insbesondere um eine Beteiligung von SAIC. In informellen Gesprächen haben die Chinesen Interesse an weniger als zehn Prozent an GM zum Ausdruck gebracht.

Konzernpräsident Hu Maoyuan habe noch keine Entscheidung über eine Beteiligung getroffen, sagte ein SAIC-Sprecher. SAIC strebe nach einer gegenseitigen Win-Win-Situation. GM und SAIC kennen sich bereits gut, beide Konzerne kooperieren auf dem chinesischen Markt, arbeiten aber auch außerhalb der Volksrepublik miteinander. So betreiben sie in Indien ein Gemeinschaftsunternehmen, und SAIC hält seit der Insolvenz der US-Firma 51 Prozent an der Tochter Shanghai GM. China ist 2009 zum weltgrößten Automarkt aufgestiegen und hat die USA überholt.

Eine öffentliche Stellungnahme der US-Regierung zu den IPO-Vorbereitungen gibt es nicht. Washington hatte GM 2009 mit rund 50 Mrd. Dollar Steuergeldern vor dem Aus gerettet.

Das Finanzministerium teilte am Freitagabend auf seiner Internetseite lediglich mit, dass „an verschiedenen Standorten mit Schwerpunkt auf nordamerikanischen Investoren“ gesucht werde. Es gebe Richtlinien für den IPO, aber das Ministerium wolle keinen Einfluss auf die Zuweisung der Anteile nehmen.

Im Fokus steht derzeit die Suche nach sogenannten Cornerstone-Investoren, die eine relativ große Beteiligung eingehen und somit ihre Zuversicht für den Börsengang signalisieren. GM hat sich bisher mit Informationen zum IPO sehr zurückgehalten. Finanzielle Details sind kaum bekannt. Experten rechnen mit einem Platzierungsvolumen von bis zu 20 Mrd. Dollar, womit die Emission eine der größten der Wirtschaftsgeschichte wäre.

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