US-Autobauer in der Krise
GM plant weitere Werksschließungen

Der US-Automobilkonzern General Motors (GM) erwägt wegen des schwachen Kfz-Absatzes in Nordamerika weitere Produktionskürzungen und Personalmaßnahmen. Geplant seien im kommenden Jahr zusätzliche temporäre Werksschließungen sowie der Abbau von Überstunden bei den Beschäftigten, sagte ein GM-Sprecher am Dienstag in Detroit.

HB DETROIT. Darüber habe das Unternehmen die Arbeiter in den fünf betreffenden Werken, die Pickups und SUV produzierten, bereits informiert. Zur Zahl der von den Maßnahmen betroffenen Mitarbeiter und zum erwarteten Einsparvolumen machte der Sprecher keine Angaben.

GM leidet aufgrund der Finanzkrise und einer verfehlten Modellpolitik stark unter der Absatzflaute in den USA. Im dritten Quartal stürzte der Verkauf von GM-Fahrzeugen um 11,4 Prozent ab und der Nettoverlust summierte sich auf 2,5 Mrd. $. Vor allem frühere Verkaufsschlager wie die spritfressenden schweren Geländewagen und Pickups finden kaum noch Käufer, während es an kleinen, verbrauchsgünstigen Modellen fehlt. Der Konzern hat deshalb bereits einige Produktionswerke stillgelegt. Zudem verursachen Krankenkassenbeiträge und Rentenzahlungen für ehemalige Mitarbeiter einen sehr hohen Kapitalbedarf.

Der größte einheimische Autoproduzent verbrannte pro Monat zuletzt rund eine Milliarde Dollar seiner flüssigen Geldmittel und hat große Probleme bei der Suche nach frischem Kapital. Entsprechend häuften sich jüngst Spekulationen über eine Pleite von GM sowie über eine mögliche Fusion mit dem Wettbewerber Chrysler, der über rund zwölf Mrd. Dollar an Cash-Reserven verfügt.

25 Milliarden Dollar oder Exitus

Chrysler selbst zählt zu den drei US-Autobauern, die am Dienstag vor einem Kollaps der Autoindustrie warnten und gemeinsam mit GM und Ford dringend um einen neuen Staatskredit in Höhe von 25 Mrd. Dollar (20 Mrd Euro) nachsuchten. Die Unterstützung sei nötig, "um die Liquiditätskrise zu überleben", sagte Chrysler-Vorstandschef Robert Nardelli am Dienstag vor einem US-Senatsausschuss. "4,5 Mio. Menschen hängen von dieser Industrie ab. Ohne Unterstützung könnten fast drei Mio. von ihnen binnen zwölf Monaten ihren Job verlieren."

Neben Nardelli sagten Ford-Chef Alan Mulally und der Vorstandsvorsitzende von General Motors, Rick Wagoner, aus. "Unsere Branche braucht eine Brücke, um den finanziellen Abgrund zu überbrücken, der sich vor uns aufgetan hat", erklärte Wagoner. Neben diesem Appell versucht GM auch das Anliegen der Autobauer via Youtube voranzutreiben und argumentiert, dass es kostengünstiger sei, die Branche jetzt mit 25 Mrd. Dollar statt Kosten von 156 Mrd. Dollar zu tragen, die ein Kollaps der Autoindustrie in den kommenden drei Jahren mit sich bringen würden.

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