US-Autobauer in schwerer Krise
Kerkorian zieht sich bei GM zurück

Kirk Kerkorian, US-Milliardär und Großaktionär des Autokonzerns General Motors (GM), hat die Notbremse gezogen.

HB FRANKFURT. Der 88-jährige Investor trennte sich von zwölf Millionen GM-Aktien – und nahm dabei einen Millionenverlust in Kauf. Wie Kerkorians Beteiligungsgesellschaft Tracinda mitteilte, verringerte der Milliardär seinen Anteil am dem Autokonzern von knapp 9,9 auf 7,8 Prozent, um durch den Verlust Steuernachlässe in Anspruch nehmen zu können. Die GM-Aktie stürzte daraufhin auf den tiefsten Stand seit 23 Jahren.

Der aggressive Investor hatte im Mai angekündigt, seine Anteile an GM deutlich aufzustocken und war seitdem zu einem der größten Aktionäre des defizitären Autobauers aufgestiegen. „Es sieht so aus, als ob er das Vertrauen in das Unternehmen verloren hat“, sagte Gerald Meyers, Wirtschaftsprofessor an der Universität Michigan und einst Chef der Automarke American Motors. „Es macht einen schlechten Eindruck, und Kerkorian tut es dennoch, obwohl er weiß, dass es einen schlechten Eindruck macht.“ Eine GM-Sprecherin wollte den Teilrückzug ebenso wenig kommentieren wie eine Sprecherin von Tracinda.

Doch Kerkorian sah offenbar eine Schmerzgrenze erreicht. Mit insgesamt 1,68 Mrd. Dollar und einem durchschnittlichen Kaufpreis von 27 Dollar je Aktie hat er seine Beteiligung an dem krisengeschüttelten US-Autobauer bislang teuer bezahlt. GM-Aktien kosten derzeit weniger als 20 Dollar; damit liegt der bisherige Buchverlust für Kerkorian bei rund 570 Mill. Dollar.

Insgesamt hat sich der Wert der GM-Aktien innerhalb eines Jahres fast halbiert. Mit dem nun vollzogenen Teilrückzug erhöht Kerkorian nach Einschätzung von Experten den Druck auf das GM-Management.Erst vor wenigen Wochen waren Gespräche zwischen GM und Kerkorian über einen Platz für Tracinda im Verwaltungsrat des Unternehmens geplatzt.

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