US-Autobauer
Letzte Vorbereitungen für GM-Neustart

Beim krisengeschüttelten US-Autobauer General Motors (GM) laufen die letzten Vorbereitungen für einen Neustart auf Hochtouren. Details will das Unternehmen am Freitag bekannt geben.

HB NEW YORK. Die zur Sanierung geplante weitgehende Verstaatlichung des Konzerns soll noch vor dem Wochenende über die Bühne gehen. Für diesen Freitag hat GM kurzfristig eine Pressekonferenz angekündigt. Konzernchef Fritz Henderson werde dabei über den neuesten Stand der Dinge informieren, teilte GM am Donnerstagabend hiesiger Zeit mit.

Zuvor ist ein Ultimatum abgelaufen, dass die US-Regierung für die Übernahme der bisherigen Opel-Mutter gesetzt hat. Gegner des vom Insolvenzgericht bereits genehmigten Rettungsverkaufs hatten bis Donnerstagmittag (18.00 Uhr MESZ) Zeit, um Berufung einzulegen.

Die Ankündigung der Pressekonferenz gilt als weiteres Anzeichen, dass GM neu starten kann. Die Pressekonferenz ist für 09.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) in der GM-Zentrale in Detroit angesetzt.

Vor Ablauf des Ultimatums für die Einsprüche hatte der Insolvenzrichter bereits über einige Beschwerden entschieden. Es stehe ihnen kein beschleunigtes Berufungsverfahren offen. Dies wurde als weiterer Erfolg für GM gewertet.

Die USA und Kanada sollen gemeinsam 72,5 Prozent am neuen GM - Konzern erhalten, der die überlebensfähigen Teile des Herstellers umfasst. Dazu fließen mehr als 50 Mrd. Dollar (36 Mrd Euro) dem Autobauer zu. Die meisten Altlasten werden abgewickelt. Auch der neue Konzern hat aber dem Insolvenzrichter zufolge noch 48 Mrd. Dollar Schulden.

Widerspruch gegen den Sanierungsplan hatte es bis zuletzt von Gläubigern gegeben. Bei anderen Einwänden geht es um offene Haftungsfragen und Schadensersatz wegen Asbestbelastungen.

Der größte US-Autohersteller trennt sich für seine Sanierung von vielen Marken. Nach bereits harten Einschnitten werden nochmals über ein Dutzend Werke und 40 Prozent der Händler dicht gemacht. Weitere zehntausende Jobs fallen weg.

Das erst am 1. Juni beantragte Gläubigerschutzverfahren des gut 100 Jahre alten Traditionskonzerns ist das bislang größte in der US- Industriegeschichte. Es verlief weit schneller als von Experten erwartet.

Auch Wettbewerber Chrysler hatte Mitte Juni seine Insolvenz binnen lediglich rund 40 Tagen durch den Einstieg des italienischen Fiat - Konzerns wieder verlassen. Beide Fälle gelten als Erfolg von US- Präsident Barack Obama bei der Rettung der US-Autoindustrie.

Am neuen Konzern soll neben dem Staat die Autogewerkschaft UAW zunächst 17,5 Prozent für Zugeständnisse bei der Krankenversicherung der Betriebsrentner bekommen. Die übrigen zehn Prozent gehen demnach an Gläubiger für einen Verzicht auf 27 Mrd. Dollar Schulden.

Schon nächstes Jahr will die US-Regierung erste Teile von GM wieder an die Börse bringen. Die Aktien der bisherigen GM - Anteilseigner sind wertlos geworden.

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