US-Autobauer
Neue Autos kosten GM Gewinn

Erstmals seit 2004 hat der US-Autokonzern General Motors wieder ein Jahr mit Gewinn abgeschlossen. Wenig Freude bereitet GM allerdings nach wie vor sein Europageschäft.
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New YorkDer Überschuss habe bei 4,7 Milliarden Dollar gelegen, teilte die Opel-Mutter am Donnerstag mit. Im vierten Quartal habe sich das Geschäft etwas abgeschwächt. Der Gewinn habe bei 510 Millionen Dollar gelegen. Der Umsatz im abgelaufenen Vierteljahr habe bei 36,9 Milliarden Dollar gelegen. Allerdings hat GM damit den niedrigsten Quartalsgewinn binnen eines Jahres hingelegt. Das liegt nach Meinung von Experten vor allem daran, dass GM massiv in die Entwicklung und Markteinführung neuer Autos investiert.

Wenig Freude bereitet GM allerdings nach wie vor sein Europageschäft. Der Autobauer Opel fährt weiter hohe Verluste ein. Im vierten Quartal 2010 verlor die US-Mutter mit Opel und der kleineren britischen Schwester Vauxhall 568 Millionen Dollar nach 559 Millionen im Vorquartal, wie der Konzern mitteilte. Das Minus im Gesamtjahr fiel mit 1,76 Milliarden Dollar (1,28 Milliarden Euro) aber geringer aus als erwartet. Zuletzt hatte Opel-Chef Nick Reilly einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2010 prognostiziert. Nach 1,1 Millionen Autos im Vorjahr produzierte GM 2010 in Europa 1,23 Millionen Wagen ab.

General Motors war im Sommer 2009 in die Insolvenz geschlittert - auch, weil der Konzern über Jahre massive Schulden angehäuft hatte. Die Regierung musste das Unternehmen mit Steuergeldern retten. Durch die Insolvenz konnte sich GM von vielen Altlasten befreien. Auch wenn das Geschäft in Europa noch nicht läuft, in den USA geht es wieder aufwärts.

Eineinhalb Jahre nach der Blitzinsolvenz war der Autobauer Mitte November mit einem Paukenschlag an die Börse zurückgekehrt. Nachdem Anleger dem Konzern die neuen Aktien bereits bei der Emission aus den Händen gerissen hatten, griffen auch die Investoren auf dem New Yorker Parkett zum Handelsstart gierig zu.

In die Jubelstimmung an die Börse mischten sich damals aber auch kritische Stimmen. Experten haben bereits Zweifel angemeldet, ob GM die hohen Erwartungen der Börse erfüllen kann. Der Autobauer habe trotz seiner überarbeiteten Modellpalette noch einen Nachholbedarf bei verbrauchsarmen Motoren. Der Detroiter Konzern hatte jahrelang auf nicht mehr zeitgemäße Automodelle gesetzt und war vom Umschwung im Verbrauchergeschmack überrascht worden. Das will Konzernchef Dan Akerson nun ändern - und investiert kräftig ins Produktportfolio.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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