US-Autobauer
USA lassen Opel hoffen

Die beiden ums Überleben kämpfenden US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler können offenbar mit weiteren Staatshilfen in Milliardenhöhe rechnen. Aussagen der von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Auto-Kommission deuteten darauf hin, dass die Regierung die Konzerne nicht in die Pleite fahren lassen wolle. Eine wichtige Nachricht vor allem für Opel.

HB WASHINGTON/FRANKFURT. Die angeschlagene Opel-Mutter General Motors kann sich Hoffnung auf zusätzliche Hilfen der US-Regierung machen. Die eigens für die Rettung der Branche eingerichtete staatliche Arbeitsgruppe stellte neue Mittel für den ums Überleben kämpfenden Autoriesen und den Konkurrenten Chrysler in Aussicht. Es sei klar, dass mehr Hilfen auf dem Weg seien, erklärte Senator Carl Levin aus dem Auto-Staat Michigan am Mittwochabend. Weitere Zusagen seien aber an neue Bedingungen zur Restrukturierung der Konzerne geknüpft.

Auch das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf Mitglieder der Arbeitsgruppe, dass der Ausschuss eine Empfehlung für weitere Hilfen vorbereite. GM wollte sich dazu nicht äußern, bei Chrysler war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Arbeitsgruppe muss bis kommenden Dienstag über die Zukunft der angeschlagenen Autoriesen GM und Chrysler entscheiden, die gemeinsam bis zu 22 Mrd. Dollar an Staatshilfen zum Überleben brauchen. Bis dahin müssen die Autobauer ein überarbeitetes Konzept vorlegen. Allein GM hat mehr als 16 Mrd. Dollar an Hilfen beantragt.

Von der Entscheidung der US-Regierung macht auch die deutsche Bundesregierung eine Unterstützung für Opel abhängig. Die GM-Tochter hat in ganz Europa Staatshilfen über 3,3 Mrd. Euro beantragt und ist zeitgleich auf der Suche nach einem Investor, der bei dem Rüsselsheimer Traditionsunternehmen einsteigen soll.

Nach Einschätzung des Beraters der Bundesregierung, Roland Berger, wird Opel auch bei einer Herauslösung aus der Mutter GM weiter mit dieser zusammenarbeiten. „In jedem Fall würde die Zusammenarbeit fortgesetzt, etwa was Plattformen oder Technologie sowie Vertrieb anbelangt“, sagte er dem „Tagesspiegel“.

Das Konzept, das GM bis Dienstag der US-Regierung vorlegen muss, sei von entscheidender Bedeutung für die Europatochter. „Erst wenn es vorliegt, kann man ein Fortführungskonzept für GM Europe entwickeln“, sagte Berger. Dabei müsse es nicht zwangsläufig zu einer Ausgliederung von Opel aus dem Konzern kommen. GM könne auch in der Lage sein, mit dem Staatsgeld aus den USA die europäischen Aktivitäten aufrechtzuerhalten.

Im Dezember hatten GM und Chrysler bereits 17,4 Mrd. Dollar an Staatshilfen erhalten. Die Hilfen sind abhängig von Zugeständnissen der Autogewerkschaft UAW und einer Einwilligung der GM-Anleihe-Gläubiger für eine Umwandlung eines Teils der Schulden über 27 Mrd. Dollar in Eigenkapital.

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