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US-Autobauer: Wird Chrysler das nächste große Comeback-Kid?

Einst war Chrysler der drittgrößte Autobauer der Welt, heute reicht es nur noch für Platz sechs auf dem heimischen US-Markt. Und mit der Beteiligung durch den italienischen Fiat-Konzerns gilt Chrysler heute als eine aufregendsten, aber auch riskantesten Wetten in der Autobranche. Der Clou ist nur: Sie könnte aufgehen - auch wenn Chrysler erneut Verluste ausweisen muss.

Fiat-Chef Sergio Marchionne. Quelle: Reuters
Fiat-Chef Sergio Marchionne. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Detroit ist wieder da. Der schon vor dem Kollaps stehende Autoriese General Motors fährt wieder Gewinne ein, gleiches gilt für Ford. Die Marke mit dem blauen Oval als Logo hat gerade sogar das beste Ergebnis seit einer Dekade hingelegt und konnte 2010 seinen Gewinn auf 6,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln.

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Gewinn, ein Wort, das sie in Auburn Hills in der Zentrale von Chrysler auch gerne mal wieder in den Mund nehmen würden. Seit einiger Zeit reiht sich ein Verlust an den anderen.Auch Ende des Jahres 2010 ist der US-Autokonzern nicht aus den roten Zahlen herausgekommen. Im vierten Quartal sei ein Nettoverlust von 199 Millionen Dollar verzeichnet worden, teilte das Unternehmen mit.

Logische Konsequenz der Verlustserie: Erst 2009 war Chrysler in die Insolvenz geschlittert. Eine verfehlte Modellpolitik, veraltete Werke, überbordende Schulden und hohe Personalkosten hatten in die Katastrophe geführt. In beiden Fällen sprang der US-Steuerzahler ein, um einen Neustart zu ermöglichen - und Fiat. Der italienische Konzern kontrolliert das Unternehmen inzwischen und ist mit 25 Prozent daran beteiligt. Zu anfangs war diese Liaison von Experten noch belächelt worden - als verwegener Italowestern mit höchst ungewissem Ausgang. Gewinne? Niemals. Und der jetzt ausgewiesene Nettoverlust gibt den Pessimisten durch aus recht - zumal das negative Ergebnis auch noch doppelt so hoch ausgefallen ist, wie Experten etwa von Automotive Compass LLC erwartet hatten. Klingt alles nicht nach einem Turnaround.Vielleicht aber doch.

Denn die ehemalige Daimler-Tochter, der große Problemfall unter den drei großen US-Autokonzernen, kommt langsam in die Spur. Im dritten Quartal konnte Chrysler den Verlust immerhin auf unterm Strich 84 Millionen Dollar eindämmen. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Chrysler jeweils in den beiden vorangegangenen Quartalen verloren hatte.

Dass die Zahlen jetzt so schlecht ausgefallen sind, dürfte auch den Kosten für 11 runderneuerte Modelle liegen, die Chrysler alle auf einmal im vierten Quartal neu in die Showrooms gebracht hat - wie etwa die Limousine Chrysler 200.

Operativ ist Chrysler bereits in den schwarzen Zahlen. Fiat-Chef Marchionne hat unlängst erst angesichts guter Verkäufe den Ausblick auf das Gesamtjahr angehoben und zwar operativ auf rund 700 Millionen Dollar. Und nun hat Chrysler mit 763 Millionen Dollar an operativen Gewinn diese gestiegene Prognose noch übertroffen.

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