US-Autobranche
Das Schweigen der Autokonzerne

Keine Zeit für Wettbewerbsverzerrung. Obwohl General Motors, Ford und Chrysler ein 15 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket bekommen könnten, bleiben die ausländischen Autobauer auffällig still. Aus gutem Grund: Die Unternehmen bangen um ihre Zulieferer. Denn: Fällt einer der großen Drei, droht eine unheilvolle Kettenreaktion.

WASHINGTON. Schweigen hat sich über die Autobranche gelegt. Daimler und Volkswagen wollen nichts sagen. Porsche? Ruft nicht zurück. Immerhin BMW meldet sich schriftlich auf die Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die ausländischen Hersteller, bemerkt die New York Times, sind auffällig still. Und dies, obwohl ein 15 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket für die drei ums Überleben ringenden US-Autobauer General Motors, Ford und Chrysler geschnürt wird – und weitere Milliarden im kommenden Jahr folgen können. Mit dem Geld wollen die Drei aus Detroit wieder wettbewerbsfähig werden. Alles mit Staatsgeld. Ein Fall von Wettbewerbsverzerrung? Auf dem ersten Blick, meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen zu Handelsblatt.com, vielleicht schon. Und trotzdem kann er gut nachvollziehen, warum ausländische Hersteller lieber kein negatives Wort über die Lage der US-Konkurrenz verlieren wollen.

„Die Staatshilfen“, sagt Dudenhöffer, „sind zwar nicht förderlich für den Wettbewerb, aber den anderen Autoherstellern ist auch nicht damit gedient, wenn Zulieferer in Konkurs gehen.“ Dies wäre wohl die logische Folge, wenn GM oder etwa Ford in den Abgrund fallen würden. Und dann, sagt Analyst Nigel Griffiths vom Beratungsunternehmen IHS Global Insight zu Bloomberg „könnte es ganz schön hässlich werden“. Zulieferteile machen laut dem Branchenverband VDA gut 75 Prozent des Wertes eines Automobils aus. Und: Kein Zulieferer dient nur einem Autohersteller.

„Ginge GM unter, dann würden bald auch bei Toyota die Bänder in den amerikanische Werken still stehen“, sagt Dudenhöffer. Ein Beispiel: 60 Prozent der amerikanischen Zulieferer von Honda arbeiten auch für GM, Ford oder Chrysler. Kein Wunder also, dass sich der japanische Autohersteller nach Angaben eines Pressesprechers um das Schicksal seiner Lieferanten sorgt. Wobei es übrigens nicht nur amerikanische Zulieferer treffen könnte.

Seite 1:

Das Schweigen der Autokonzerne

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%