US-Autobranche
Händler wollen Chrysler vor den Kadi zerren

So einfach wollen sich die Händler des US-Autoherstellers Chrysler nicht abservieren lassen. Hunderte von ihnen wollen vor Gericht ziehen. Es geht um die Existenz.

HB NEW YORK. Hunderte Händler des unter Gläubigerschutz arbeitenden US-Autobauers Chrysler wollen ihre Vertragsauflösung anfechten. Die betroffenen Autohäuser hätten ein Dokument verfasst, in dem sie das zuständige Insolvenzgericht um eine Verschiebung der entscheidenden Anhörungen geben hätten, teilte die Gruppe aus rund 300 Händlern am Dienstag mit. Der Gerichtshof muss dem Verkauf von Chrysler und der Vertragsauflösung der Händler-Lizenzen zustimmen. Der insolvente Autokonzern hatte Mitte Mai beim zuständigen Gericht beantragt, bereits Anfang Juni 789 seiner insgesamt 3181 Lizenzverträge zu kündigen. Die Gruppe benötigt nach eigenen Angaben mehr Zeit vom Gericht, um ihre Argumente vorzubereiten.

"Der von Chrysler vorgeschlagene Verkauf und die vorgesehene sofortige Beendigung der Franchise-Verträge werden etliche hundert unabhängige Unternehmen zerstören, die Lebensgrundlage ihrer Besitzer ruinieren sowie zum Verlust von tausenden Arbeitsplätzen und unausweichlich zu Unternehmenspleiten führen", teilte Händler-Anwalt Stephen Lerner von der Kanzlei Squire Sanders & Dempsey in einer Veröffentlichung mit. Chrysler soll an seine Gewerkschaft, den italienischen Autobauer Fiat und die US-Regierung verkauft werden. Die Proteste der Händler stellen die dritte große Hürde neben den Forderungen der Gläubiger und der Gewerkschaften für Chrysler auf seinem Sanierungsweg dar. Chrysler argumentiert, dass das Händlernetz verkleinert werden müsse, damit der Autobauer profitabel arbeiten könne.

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