US-Autokrise
Chrysler-Gläubiger vor italo-amerikanischem Abenteuer

Auf geht es in ein neues Abenteuer - so oder so ähnlich könnte das Motto der Gläubiger von Chrysler lauten. Denn laut Medienbericht erwägen die Gläubiger des angeschlagenen US-Autobauers, beim geplanten Joint Venture mit Fiat einzusteigen. Dabei liegt vor den Italienern noch ein Haufen Arbeit.

HB NEW YORK. Die Gläubiger des angeschlagenen US-Autobauers Chrysler erwägen laut einem Zeitungsbericht eine Beteiligung am künftigen Unternehmen, das durch die Allianz von Chrysler mit dem italienischen Hersteller Fiat entstehen könnte. Diese Lösung könnte als Gegenvorschlag zum von der US-Regierung geforderten Schuldenverzicht präsentiert werden, berichtet das "Wall Street Journal" mit Verweis auf mit der Situation vertraute Personen.

Die US-Regierung hatte die Kreditgeber aufgefordert, sich mit nur rund einer Milliarde US-Dollar zufriedenzugeben. Chrysler steht bei den Gläubigern aber mit fast sieben Mrd. Dollar in der Kreide. Das Zugeständnis der Kreditgeber sollte dazu beitragen, den US-Hersteller vor dem Bankrott zu bewahren. Die Regierungspläne sehen jedoch keine Beteiligung der Gläubiger an der geplanten Allianz mit Fiat vor. Der angeschlagene US-Autobauer hat bis Ende April Zeit, ein Konzept für das Bündnis vorzulegen. Die Zusammenarbeit mit Fiat ist nach Einschätzung der US-Regierung die einzig zukunftsträchtige Lösung für Chrysler.

Den Gläubigern liegen seit Sonntagabend Dokumente des US-Finanzministeriums vor, die Aufschluss über die Kostenstruktur bei Chrysler, die operative Situation sowie den Stand der Verhandlungen mit den Gewerkschaften und den möglichen Beitrag von Fiat geben. Dem Zeitungsbericht zufolge will der Gläubiger-Ausschuss noch in dieser Woche einen Gegenvorschlag machen. Der Gläubiger-Ausschuss werde vornehmlich von den Großbanken JPMorgan Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley dominiert.

Gleichzeitig arbeite Fiat der "Detroit Free Press" zufolge daran, seine Kapitalbasis zu stärken. Mit Umweg über eine Tochtergesellschaft wollten sich die Italiener mit Barmitteln versorgen, um die Allianz mit dem angeschlagenen US-Bauer Chrysler zu stemmen. Dabei soll sich die Tochter CNH Capital von der US-Notenbank Geld leihen, um einen von Fiat gewährten Kredit in Höhe von über fünf Mrd. Dollar zurückzuzahlen, berichtete das Blatt am Montag.

CNH Capital ist die Finanzdienstleistungssparte des Land- und Baumaschinenherstellers CNH Global, an dem Fiat 90 Prozent hält. Dem Zeitungsbericht zufolge hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne schon auf der Hauptversammlung im vergangenen Monat angekündigt, CNH könnte einen Kredit aus dem sogenannten TALF-Programm der US-Notenbank beantragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%