US-Autokrise
Chrysler knipst die Lichter aus

Die US-Autobauer rasen weiter ungebremst auf den Abgrund zu. Um den vorzeitigen Exitus noch abzuwenden, legt Chrysler nun alle 30 Werke in Nordamerika für einen Monat still. General Motors hat bereits Fabriken vorrübergehend dicht gemacht - und legt nun nach. Pläne für ein wichtiges Werk wurden auf Eis gelegt. Und: GM und Chrysler sollen wieder über eine Fusion sprechen.

HB DETROIT. Der angeschlagene US-Autokonzern Chrysler macht ab Freitag alle 30 Produktionsstätten in Nordamerika für einen Monat dicht. Das kündigte das Unternehmen in Detroit an. Damit soll der sinkenden Nachfrage Rechnung getragen und Geld eingespart werden. Chrysler und der Konkurrent General Motors haben erklärt, dass sie ohne staatliche Finanzhilfe innerhalb der nächsten Wochen zahlungsunfähig werden könnten.

Die ehemalige Daimler-Tochter Chrysler gehört mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors und Ford zu den angeschlagenen "Großen Drei" der US-Automobilindustrie. Ein Hilfspaket für die Automobilbranche war vergangene Woche am Senat gescheitert. US-Präsident George W. Bush hatte daraufhin in Aussicht gestellt, Milliardenkredite für die Autobauer aus dem 700 Mrd Dollar schweren Rettungsfonds für die Finanzindustrie abzuzweigen. Eine Entscheidung steht aber noch aus.

Der Arbeit in den 30 Chrysler-Werken soll mit dem Ende der Schicht am Freitag bis zum 19. Januar eingestellt werden. Vier Werke bleiben sogar über diese Vier-Wochen-Frist hinaus fürs erste geschlossen. Die Opel-Mutter General Motors (GM) stoppt nun sogar vorerst Bauarbeiten an einem neuen US-Werk für sparsame Motoren. Die geplante Fabrik ist ein Herzstück für die von GM angekündigte neue umweltfreundliche Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.

Der Baustopp im neuen GM-Motorenwerk im US-Bundesstaat Michigan von sei nur vorübergehend, betonte eine Konzernsprecherin laut US-Medien. Der für das Jahr 2010 geplante Start der Produktion und des Volt-Elektroautos sei dadurch nicht gefährdet. In der Fabrik sollen später Motoren für sparsame Kleinwagen sowie Generatoren zur Stromerzeugung im Volt gebaut werden.

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