US-Autokrise: Ford mit einem Verlust von 14,6 Milliarden

US-Autokrise
Ford mit einem Verlust von 14,6 Milliarden

Der US-Autobauer rutscht immer tiefer in die Krise. Ford hofft, dass das geplante Konjunkturprogramm von US-Präsident Barack Obama zu mehr Autokäufen führen wird. 2011 will der Konzern nach bisherigen Plänen wieder die Gewinnzone im operativen Geschäft erreichen.

FRANKFURT. Der zweitgrößte Hersteller des Landes fuhr im abgelaufenen Quartal mit einem Minus von 5,9 Milliarden Dollar einen stärker als erwarteten Verlust ein und verbrannte weitere 5,5 Milliarden Dollar an Barvermögen in seiner Autosparte.

Der Hersteller verfüge aber über genug Liquidität, um die Restrukturierung ohne einen Überbrückungskredit der US-Regierung zu finanzieren, betonte das Unternehmen. Ford werde wegen der Instabilität der Kapitalmärkte im ersten Quartal nun verfügbare Kredite von 10,1 Milliarden Dollar anzapfen.

Mit den neuen Krediten klettert die Liquidität von Ford im Autogeschäft wieder auf ein Polster von bis zu 23,5 Milliarden Dollar. Experten gehen davon aus, dass der Hersteller mindestens zehn Milliarden Dollar braucht, um seinen operativen Betrieb aufrechtzuerhalten.

Ford hat damit vorerst genug Geld in der Kasse, um angesichts eines negativen Cash-Flows von 1,8 Milliarden Dollar pro Monat eine Durststrecke von gut einem halben Jahr durchzustehen. Unter dem Strich fuhr Ford 2008 einen Verlust von 14,6 Milliarden Dollar ein und damit das größte Minus in der 105-jährigen Firmengeschichte. Nach Angaben von Finanzchef Lewis Booth wird der Mittelverbrauch im neuen Jahr aber erheblich sinken. Die Börse reagierte verschnupft: Die Ford-Aktie fiel zwischenzeitlich ins Minus.

"Ford und die gesamte Autoindustrie hatten im vierten Quartal mit einer außerordentlichen Schwäche aller wichtigen Märkte zu kämpfen, die unsere Zahlen ganz klar beeinflusst hat", sagte Konzernchef Alan Mulally. Nach Ansicht von Experten steuert damit auch Ford auf staatliche Notkredite zu. "Ford wird Geld von der Regierung bis Mitte des Jahres brauchen", prognostizierte John Wolkonowicz, Analyst des Brancheninstituts Global Insight.

Die strauchelnden Autobauer GM und Chrysler haben von der US-Regierung bereits milliardenschwere Notfall-Kredite erhalten, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Die Autobauer befinden sich in einer schweren Krise, die sich mit dem weltweiten Branchenabschwung im Zuge der Konjunkturflaute verschärft hat. Ford steht angesichts der herrschenden Kreditklemme noch etwas besser da als seine Rivalen, da der Konzern 2006 bereits Kreditlinien von mehr als 23 Milliarden Dollar ausgehandelt hatte. 2011 will der Konzern nach bisherigen Plänen wieder die Gewinnzone im operativen Geschäft erreichen.

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