US-Autokrise
GMs Sanierungspläne sind gescheitert

Der Chef muss gehen und die Sanierungspläne gelten als gescheitert. Für den ums Überleben kämpfenden US-Autobauer General Motors kommt es ganz dick. Präsident Barack Obama hat GM die Daumenschrauben angelegt. In Deutschland kommt zumindest der Chefwechsel mit Blick auf die Konzerntochter Opel gut an.

HB NEW YORK. Die US-Regierung erhöht massiv den Druck auf die um ihre Existenz kämpfenden Autobauer General Motors und Chrysler. Die von Präsident Barack Obama eingesetzte Auto-Taskforce hat die Sanierungspläne der Opel-Mutter GM und der früheren Daimler-Tochter Chrysler als unzureichend abgelehnt und setzte den beiden Unternehmen Fristen für eine Nachbesserung. Zudem trat auf Drängen der Regierung GM-Chef Rick Wagoner mit sofortiger Wirkung zurück. Sein Nachfolger wird der Vize-Chef und frühere GM-Europa-Präsident Fritz

Nach den vorliegenden Plänen sei keiner der beiden Konzerne überlebensfähig, sagte ein Regierungsvertreter. Daher könnten vorerst keine zusätzlichen Hilfen bewilligt werden. Von einem endgültigen Sanierungskonzept für GM hat die deutsche Bundesregierung auch Hilfen für die Tochter Opel abhängig gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht an diesem Dienstag den Autobauer in Rüsselsheim.

Der Opel-Betriebsrat hat den Chefwechsel bei der Konzernmutter General Motors begrüßt. "Der Schritt war überfällig", sagte Betriebsratschef Klaus Franz der Nachrichtenagentur Reuters. Henderson habe den Plan für die Herauslösung von Opel aus dem kriselnden Mutterkonzern klar vorangetrieben, sagte Franz. Er stehe für Dezentralismus und die Eigenständigkeit der Regionen, während Wagoner "der Inbegriff des gescheiterten zentralistischen Systems" sei. Henderson positioniere sich klar und stehe zu seiner Linie und seinen Entscheidungen. Von Opel selbst war zunächst keine Stellungnahme zu dem Chefwechsel zu erhalten.

Nach dem Rücktritt von GM-Chef Rick Wagoner sieht der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gute Chancen für Opel. "Ich glaube, dass die Kanzlerin morgen den Mitarbeitern von Opel sagen kann, dass eine gute Chance besteht, Opel zu retten", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. In Amerika seien die Dinge in Bewegung gekommen. Nun werde klar, dass der Staat bereit sei, Opel zu helfen.

Voraussetzung sei allerdings ein tragfähiges Konzept sowie mittel- und langfristige Perspektiven für das Unternehmen. "Daran wird hart gearbeitet", sagte Rüttgers. Noch könne man nicht von einem Durchbruch sprechen. "Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern", sagte Rüttgers.

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sprach sich für staatliche Bürgschaften für Opel aus, sofern ein tragfähiges Konzept vorliege. Es gelte, Deutschland als führenden Standort der Autoindustrie zu erhalten, sagte Wulff. Er wandte sich aber gegen eine staatliche Beteiligung an Opel. Ähnlich äußerte sich der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger.

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