US-Automarkt
VW baut zwei Modelle in den USA

VW hält trotz der dramatischen Lage für die US-Autobauer an seinem Plan fest, das verlustreiche Geschäft in den Vereinigten Staaten mit einer eigenen Fabrik zu drehen. Der deutsche Autokonzern investiert insgesamt 620 Millionen Euro in eine neue Fabrik in Tennessee - die Fertigung startet Ende 2010. Die ehrgeizigen Ziele des Volkswagen-Konzerns.

WOLFSBURG. Volkswagen will in seiner für 2010 geplanten US-Fertigungsstätte in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee insgesamt zwei Modelle produzieren. "Auf absehbare Zeit" sei dort die Produktion eines zweiten Autos realistisch, bestätigte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch dem Handelsblatt.

Der Automanager ist überzeugt, sein Unternehmen könne auf dem Höhepunkt der Kredit- und Energiekrise in den USA vom Wandel der Nachfrage zugunsten verbrauchsärmerer Autos profitieren: "Wir werden mit unseren US-Modellen hervorragend in die Zeit passen. Es ist schade, dass wir damit noch nicht am Markt sind", sagte Pötsch.

Mitte Juli hatte der Aufsichtsrat den US-Plänen von Vorstandschef Martin Winterkorn zugestimmt. VW will bis zu 620 Mill. Euro in den Aufbau der Fabrik in Tennessee investieren. Bislang war für das neue Werk nur eine Limousine geplant, die etwas kleiner als der Passat sein soll - intern New Midsize Sedan (NMS) genannt. Jetzt bestätigte Pötsch erstmals ein zweites Modell.

Volkswagen muss das Blatt in den USA dringend wenden. Denn Europas größter Autokonzern rangiert auf dem bedeutendsten Automarkt der Welt weit abgeschlagen hinter den Japanern. Lediglich 300 000 Autos der Marken VW und Audi konnten die Wolfsburger im Vorjahr absetzen und erzielten damit einen Marktanteil von zwei Prozent - Toyota kam auf 16,3 Prozent. VW-Chef Winterkorn hat die Offensive in den USA deshalb zur Schlüsselaufgabe erklärt: In zehn Jahren soll der Konzern dort eine Million Autos absetzen.

Noch schreiben die Deutschen erhebliche Verluste. "Mit dem USA-Geschäft ist bei dem derzeitigen Wechselkurs kein Geld zu verdienen. Die Ergebnisbeiträge reichen nicht aus, um die Fixkosten zu decken", gestand Finanzchef Pötsch ein. Insider beziffern den für 2008 erwarteten operativen Verlust in den USA auf rund 250 Mill. Euro.

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