US-Automobilhersteller
Ford und Chrysler setzen Rotstift an

Zwei Monate nachdem sich der US-Automobilhersteller General Motors (GM) mit der Gewerkschaft UAW auf eine deutliche Senkung der Gesundheitskosten geeinigt hat, ist es jetzt auch dem Rivalen Ford gelungen, der Belegschaft massive Einschnitte bei den Gesundheitsleistungen abzuringen.

hz DETROIT/FRANKFURT. Die vorläufige Vereinbarung mit der amerikanische Automobilarbeitergewerkschaft UAW erfordere ebenso wie das Krankenversorgungs-Abkommen mit GM von jedem Ford-Arbeiter und Ford-Betriebsrentner Opfer, sagte Gewerkschaftspräsident Ron Gettelfinger am Wochenende in Detroit. Nähere Details will die UAW erst in wenigen Tagen nennen. Experten schätzen, dass sich auch Ford auf Milliarden-Zugeständnisse einstellen kann. Der Konzern hätte damit bei seinen Sanierungsbemühungen einen wichtigen Durchbruch erzielt.

Die rasant steigenden Gesundheitskosten waren bisher eine schwere Bürde für die US-Autohersteller. GM hatte im Oktober bereits Kürzungen in Höhe von drei Mrd. Dollar vor Steuern jährlich bei den Krankenversicherungskosten durchgesetzt. Ford und Chrysler hatten daraufhin entsprechende Konzessionen von der UAW verlangt. Auch für Chrysler ist nach Worten des designierten Daimler-Konzernchefs Dieter Zetsche eine Einigung mit der UAW in greifbare Nähe gerückt. Es gebe „deutliche Hinweise“, dass Chrysler einen Kompromiss erzielen werde, sagte Zetsche in Dearborn.

Die hohen Gesundheitskosten belasten die großen US-Herstellern enorm. Alle drei haben in den vergangenen Jahrzehnten hohe Zusagen an die Gesundheitsvorsorge von Mitarbeitern, Pensionären und deren Familien gemacht. Insgesamt verschlingen die Krankenversicherungskosten bei GM, Ford und der zu Daimler-Chrysler gehörenden Chrysler Group jährlich mehr als elf Mrd. Dollar. Allein Ford, wie GM nach Absatzeinbrüchen und Rabattschlachten zu einer tiefgreifenden Restrukturierung gezwungen, gab im vergangenen Jahr 3,1 Mrd. Dollar für Arztkosten und Medikamente aus. Chrysler musste im vergangenen Jahr 1,9 Mrd. Dollar für die medizinische Versorgung von 375 000 Personen aufbringen.

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