US-Automobilzulieferer
Delphi will in Deutschland Verwaltungs-Stellen abbauen

Der angeschlagene US-amerikanische Automobilzulieferer Delphi will in Deutschland Kosten senken. Vor allem in der Verwaltung soll gespart werden und Stellen wegfallen.

HB FRANKFURT/MAIN. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa dürften die Bereiche Produktion und Entwicklung bei der Sanierung hingegen kaum betroffen sein, sagte Europa-Chef des US- Zulieferers, Volker Barth, am Montagabend in Frankfurt.

Delphi wolle sich wie angekündigt von Geschäftsbereichen trennen, die nicht zum künftigen Kerngeschäft Autoelektronik, Motorensteuerungs- und Sicherheits-Systeme sowie Klimaanlagen zählen, sagte Barth weiter. „In der Deutschland sind wir aber hauptsächlich auf Elektronik spezialisiert. Es gibt keine Planungen, da größere Veränderungen vorzunehmen.“

Europaweit dürfte etwa ein Fünftel der Stellen in der Verwaltung wegfallen, sagte Barth. In dieser Größenordnung werde voraussichtlich auch in Deutschland eingespart. Derzeit seien in Deutschland etwa 700 bis 800 Mitarbeiter in der Verwaltung beschäftigt. Dabei müsse es sich aber nicht um Kündigungen handeln. Der Abbau sei auch über den Verkauf von Unternehmensteilen oder Umschichtungen denkbar.

Delphi, die 1999 verselbstständigte GM-Autoteilesparte, hatte nach Milliardenverlusten im Oktober vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet und einen massiven Umbau angekündigt. Zu den Sparten, die Delphi bis zum 1. Januar 2008 einstellen oder verkaufen will, gehören Bremsen, Katalysatoren, Kugellager und Armaturen. Delphi erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 29 Milliarden Dollar, davon etwa 18 Prozent in Europa.

Mögliche Verkäufe lägen derzeit allerdings auf Eis, sagte Barth. Delphi hatte Anfang April beim zuständigen Insolvenzrichter eine Ungültigkeitserklärung für seine Tarifverträge mit den Gewerkschaften beantragt. Die gerichtlichen Anhörungen in den USA sollen in der Woche vom 10. bis zum 17. Mai stattfinden. Mit einer Entscheidung des Gerichts sei dann etwa vier Wochen später zu rechnen. Erst dann könnte das Unternehmen tätig werden und verkaufen. Unternehmen wie Bosch oder Continental haben bereits Interesse an Teilen von Delphi signalisiert.

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