US-Autozulieferer
Visteon will deutsche Werke loswerden

Der US-Autozulieferer Visteon plant in Deutschland den Verkauf der Werke Wülfrath und Düren in Nordrhein-Westfalen mit zusammen gut 1 400 Beschäftigten. Damit würde jede zweite Stelle aus dem Konzern ausgegliedert.

hof/HB FRANKFURT. Das Vorhaben bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens. Zum Stand der bereits laufenden Verhandlungen, die von der Zentrale in den USA geführt werden, wollte sie sich nicht äußern. Die ehemalige Ford-Tochter Visteon beschäftigt in Deutschland insgesamt rund 2 800 Menschen in 5 Werken. Produktionswerke befinden sich neben Wülfrath und Düren auch in Berlin, Emden und Glauchau. Insgesamt ist Visteon in Deutschland an 10 Standorten vertreten. In Kerpen bei Köln befindet sich die erst 2003 eröffnete Europazentrale des Konzerns und deren europäisches Innovationszentrum.

Hintergrund der geplanten Veräußerungen ist ein genereller Strategiewechsel des Unternehmens. Visteon war im vergangenen Jahr in den USA in die Krise gerutscht und hatte die ehemalige Muttergesellschaft Ford in die Pflicht genommen. Um die Zukunft von Visteon zu sichern, nahm der zweitgrößte US-Autohersteller 2005 von Visteon 23 US-Werke mit 18 000 Mitarbeitern zurück. Dabei handelte es sich überwiegend um Produktionen, die Komponenten rund um das Auto-Chassis herstellen. Dieser Bereich zählt seither nicht mehr zum Kerngeschäft von Visteon. Die jetzt zum Verkauf angebotenen Werke in Nordrhein-Westfalen, sie fertigen beispielsweise Lenkungen und Antriebswellen, passen daher nicht mehr in das Portfolio des Konzerns.

Über mögliche Interessenten schweigt sich das Unternehmen aus. Attraktiv könnten die Werke nach Meinung von Rolf Woller, Automobilexperte bei der Hypovereinsbank, für einen Wettbewerber sein, der sich damit einen neuen Kundenkreis erschließt. Auch japanische Zulieferer, die einen Markteintritt in Europa planen, könnten Interesse zeigen, glaubt Woller. Zu Gerüchten, wonach Thyssen-Krupp und ZF Friedrichshafen die Werke unter die Lupe nehmen, wollten sich die beiden Unternehmen nicht äußern.

Einen großen Verkaufserlös kann Visteon nach Expertenmeinung nicht erwarten. Werke in Deutschland stehen nicht ganz oben auf der Wunschliste von Konzernen. Größtes Pfund für Visteon bei den Verhandlungen dürfte der Zugang zum Großkunden Ford Europa sein.

Im vergangenen Dezember hatten die deutschen Beschäftigten kräftige Lohneinbußen akzeptiert und drei Jahre lang die Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgelds hingenommen.

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