US-Behörden: Bayer-Krebsmittel wird schneller zugelassen

US-Behörden
Bayer-Krebsmittel wird schneller zugelassen

Bei der Zulassung von Bayers Prostata-Krebsmittels geht es zügiger voran. Die US-Gesundheitsbehörde will das Medikament vier Monate früher prüfen. Das Krebsmittel ist einer der großen Hoffnungsträger Bayers.
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FrankfurtBayer kann in den USA einem Marktstart seines neuen Prostata-Krebsmittels Alpharadin noch in diesem Jahr entgegenfiebern. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will das Medikament, das zu den wichtigsten neuen Wirkstoffen des Konzerns gehört, vorrangig prüfen, wie Bayer am Mittwoch mitteilte. Damit verkürzt sich die sonst übliche zwölfmonatige Bearbeitungsfrist um ein Drittel. Sollte die FDA grünes Licht geben, könnte der Pharma- und Chemiekonzern das Präparat bereits im zweiten Halbjahr in den USA auf den Markt bringen. Bayer arbeitet bei der Arznei mit der norwegischen Pharmafirma Algeta zusammen. Die Nachricht verhalf der Algeta-Aktie zu einem Kursplus von 2,34 Prozent, Bayer-Papiere legten leicht zu.

Das Mittel zählt zu den fünf wichtigsten neuen Präparaten des Konzerns. Bayer-Chef Marijn Dekkers traut ihnen zusammen Spitzenumsätze im Jahr von mehr als 5,5 Milliarden Euro zu. Allein Alpharadin soll einmal - alle Anwendungsgebiete zusammengenommen - Jahresumsätze von über einer Milliarde Euro in der Spitze einfahren. An Prostatakrebs sterben jedes Jahr mehr als 250.000 Männer. Die FDA prüft Medikamente vorrangig, wenn sie eine Behandlung deutlich verbessern könnten oder bislang noch keine adäquate Therapie existiert. Auch Rivalen wie Johnson & Johnson arbeiten momentan an neuen Präparaten gegen diese bei Männern zweithäufigste Krebsart.

Bayer hatte im Dezember den Zulassungsantrag in den USA für die Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs und Knochenmetastasen eingereicht. In Europa läuft die Zulassungsprüfung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Das Medikament mit dem Wirkstoff Radium-223-Dichlorid gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt auf Krebszellen in den Knochen einwirken. Bayer hatte sich die Rechte an dem Medikament von Algeta gesichert, der bei einer Zulassung weitere Gelder winken. In den USA will Bayer das Präparat gemeinsam mit Algeta vermarkten, die Gewinne wollen sich beide Unternehmen teilen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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