US-Berufungsgericht
Asbestvergleich von ABB gescheitert

Ein Berufungsgericht in den USA hat die Vergleichsvereinbarung von ABB zur Beilegung der Asbest-Schadensklagen aufgehoben. Der Elektrotechnikkonzerns ist damit in dem 1,2 Millairden Dollar umfassenden Vergleich mit amerikanischen Klägern wieder einen Schritt zurückgeworfen worden. Der Konzern sieht aber dennoch eine Lösung in einem relativ kurzen Zeitrahmen, ohne dass signifikante Zusatzkosten anfallen.

HB ZÜRICH. Ein US-Berufungsgericht wies am Donnerstag den Plan, der bereits ein Konkursgericht und ein Bezirksgericht passiert hatte, zur Neuverhandlung an ein Bezirksgericht zurück. ABB erklärte dazu in einer Mitteilung, der Konzern sei überzeugt, dass sich die Probleme lösen lassen, die das Berufungsgericht offenbar zu der Ablehnung des Vergleichs bewogen haben. Und ABB werde sich zügig darum bemühen.

Der Vergleich umfasste die ABB-Firmen Combustion Engineering sowie Lummus und Basic. Combustion Engineering ging in den Konkurs und wurde Artikel elf des amerikanischen Konkursrechtes unterstellt. Der Plan sieht vor, die Konkursmasse zur Entschädigung der rund 100 000 Asbest-Opfer heranzuziehen.

Das Gericht monierte ersten Informationen zufolge, dass auch Lummus und Basic gleich behandelt werden sollten wie Combustion. Im Gegensatz zu Combustion sind die beiden Firmen nicht in Konkurs und können daher nicht den Schutz von Artikel elf des Konkursrechtes beanspruchen. Aus amerikanischen Anwaltskreise hiess es zudem weiter, ABB habe bei der Entschädigung von Opfern nicht immer die gleichen Grundsätze angelegt. Auch das werde das Gericht erneut prüfen müssen.

ABB hatte sich mit der Übernahme von Combustion Engineering die bei der Übernahme nicht erkannten Asbestprobleme ins Haus geholt.

Für ABB hat die Ablehnung des Vergleiches vor allem die Konsequenz, dass das Ende des Verfahren, das immer wie ein Damoklesschwert über dem Konzern und seinem Aktienkurs hing, nun weiter auf sich warten lassen wird.

Der Konzern, der vor noch nicht allzu langer Zeit am Rande des Zusammenbruchs stand und zur Schuldenreduktion eine ganze Reihe von Konzernfirmen verkaufen musste, dürfte nun durch die Ablehnung aber nicht mehr bedrohlich betroffen sein.

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