US-Chemieriese
Teure Energie schmälert Gewinn von Dow Chemical

Der US-Chemieriese Dow Chemical hat im zweiten Quartal fast ein Fünftel weniger verdient als noch im Vorjahr. Grund seien die hohen Energiekosten. Mit seinen Quartalszahlen verfehlte der größte US-Chemiekonzern zudem die Erwartungen an der Wall Street.

HB NEW YORK. Im frühen New Yorker Handel büßte die Dow-Aktie daraufhin fast zehn Prozent ein. Der Nettogewinn sei um 19 Prozent auf 1,02 Milliarden Dollar gesunken, teilte Dow Chemical am Donnerstag vor US-Börsenbeginn mit. Pro Aktie lag der Gewinn bei 1,05 Dollar nach 1,30 Dollar im Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten mit 1,15 Dollar deutlich mehr erwartet. Auch für das Gesamtjahr zeigte sich das Management nun weniger zuversichtlich als zuvor: Es werde schwer fallen, 2006 das Ergebnis vom vergangenen Jahr zu übertreffen.

Zwar stiegen im zweiten Quartal die Verkaufsmengen um vier Prozent, obwohl Dow die Preise seiner Chemieprodukte um fünf Prozent erhöhte. Der Konzernumsatz nahm deshalb um neun Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar zu. Dies alles reichte aber nicht aus, um einen Anstieg von 800 Millionen Dollar bei den Rohstoff- und Energiekosten wettzumachen. "Wir werden uns weiter auf Finanzdisziplin und Kostenkontrolle konzentrieren und gehen davon aus, sowohl bei den Preisen als auch bei den Mengen weitere Verbesserungen zu sehen", erklärte Dow-Finanzchef Geoffery Merszei. Der Konzern erwartet weiter, dass 2006 und 2007 "sehr gute Jahre" für Dow werden.

Nach Einschätzung von Branchenexperten drücken die hohen Energiekosten inzwischen auch die weltweite Nachfrage nach Dow-Chemikalien und-Kunststoffen. "Das ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass sich die Weltwirtschaft abschwächt", sagte Hassan Ahmed vom Bankhaus HSBC. Der Rohölpreis von 75 Dollar je Barrel verteuere zudem auch Dow-Produkte dämpfe so die Nachfrage zusätzlich.

Auch beim zweitgrößten US-Chemiekonzern Dupont hatten hohe Energiekosten den Quartalsgewinn gedrückt. Anders als Dow hatte Dupont jedoch mit seinen Zahlen die Erwartungen des Marktes übertroffen. Der weltweite Chemiebranchenprimus BASF will am Mittwoch den 2. August seinen Bericht zum zweiten Quartal vorlegen.

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