US-Finanzinvestor Carlyle will aussteigen
Autozulieferer Edscha streicht 1000 Stellen

Der Autozulieferer Edscha will nach den Worten seines Vorstandschefs in den kommenden Monaten jeden siebten Arbeitsplatz streichen.

HB FRANKFURT. „Wir haben zu viele Werke uns müssen daher so schnell wie möglich unsere Kapazitäten verringern. Von unseren rund 6900 Arbeitsplätzen werden wir bis spätestens Anfang 2006 etwa 1000 abgebaut haben“, sagte Edscha-Vorstandschef Manfred Puhlmann der Branchenzeitung „Automobilwoche“ laut einem vorab verbreiteten Bericht. Grund ist dem Blatt zufolge, dass der US-Finanzinvestor Carlyle, dem die ehemals börsennotierte Edscha seit Ende 2002 gehört, zügig aussteigen will.

Mit den Stellenstreichungen wolle der Konzern 20 Millionen Euro sparen, sagte Puhlmann. Vier der 15 Edscha-Werke in England, Frankreich, Portugal und Kanada würden geschlossen oder deren Kapazitäten verlagert. Allein in Deutschland müssten mehr als zehn Millionen Euro an Personalkosten eingespart werden. Am Firmensitz in Remscheid sollten diese um 20 Prozent, in den niederbayerischen Werken Hengersberg und Hauzenberg um zehn Prozent sinken. Bis Mitte September würden Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Betriebsrat erwartet.

Einem Bericht des Magazins „Focus“ zufolge erwägt die vor allem für Cabriodächer und Türschlösser bekannte Firma ihre Firmenzentrale nach Hengersberg zu verlagern. Edscha war am Samstag nicht für Stellungnahmen zu erreichen. Carlyle wollte sich zunächst nicht äußern. Der „Automobilwoche“ zufolge sind zwei Edscha-Vorstände, die die Sparmaßnahmen nicht mittragen wollten, von ihren Aufgaben entbunden worden. „Ich habe beide Funktionen kommissarisch übernommen“, zitierte das Blatt Puhlmann.

Bei einem um fünf Prozent auf 934 Millionen Euro gesunkenen Umsatz habe Edscha im Geschäftsjahr 2004/05 (zum 30. Juni) den operativen Gewinn (Ebitda) mit 99 (Vorjahr: 102) Millionen Euro fast stabil gehalten. Bereits im Oktober 2004 hatte der frühere Vorstand Horst Kuschetzki gewarnt, das Ziel eines Ebitda von 130 Millionen Euro sei wohl nicht erreichbar.

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