Der kurz vor der Übernahme durch den Branchenprimus Teva
stehende US-Generikahersteller Barr konnten seinen Gewinn unerwartet deutlich steigern. Insbesondere die die Kopie der Anti-Babypille Yasmin von Bayer
, die Barr im Juni auf den US-Markt gebracht hatte, sorgte für starke Geschäfte.
HB NEW YORK. Der Nettogewinn erhöhte sich im zweiten Quartal um rund ein Viertel auf 57 Mill. Dollar, wie Barr am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 64 Cent elf Cent über den Analystenerwartungen. Der Umsatz kletterte ebenfalls um knapp ein Viertel auf 779 Mill. Dollar. Ein US-Gericht hatte im Frühjahr die Patentansprüche des Bayer
-Konzerns für Yasmin gekippt. Der Pharma- und Chemiekonzern und Barr haben sich in dem Streit inzwischen aber geeinigt, indem eine Liefer- und Lizenzvereinbarung über Yasmin und die niedriger dosierte Version Yaz in den USA geschlossen wurde. Bayer
beliefert die US-Firma nun mit einer Nachahmerversion von Yasmin, die Barr ausschließlich in den USA vermarkten wird. Dafür erhält Bayer
einen feststehenden Prozentanteil an den von Barr erzielten Umsätzen mit dem Generikum. Bayer
will gegen die Entscheidung des US-Gerichts aber weiter vorgehen.
Der weltgrößte Generikahersteller Teva
will Barr für 7,46 Mrd. Dollar übernehmen und treibt damit die Konsolidierung in der Branche weiter voran.

