Industrie

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US-Generikakonzern: Perrigo kauft irische Pharmafirma Elan

In der Pharmabranche jagt derzeit ein Milliardengeschäft das nächste: Nun kauft der US-Konzern Perrigo die irische Pharma-Schmiede Elan – die Börse jubelt. Und auch steuerlich winken Perrigo nun viele Vorteile.

Einen Teil des Geschäfts wickelt Perrigo in bar ab, den Rest über Aktien. Quelle: dpa
Einen Teil des Geschäfts wickelt Perrigo in bar ab, den Rest über Aktien. Quelle: dpa

DublinNeue Milliardenübernahme in der Pharmabranche: Der amerikanische Generika-Hersteller Perrigo schluckt für 8,6 Milliarden Dollar den irischen Pharmakonzern Elan. Damit endet ein monatelanger Übernahmekampf, den Elan mit der US-Investmentfirma Royalty Pharma ausgefochten hat. Elan hatte sich erbittert gegen den Kaufversuch von Royalty Pharma gewehrt - auch vor Gericht. Der nun erzielte Verkaufspreis liegt klar über dem Royalty-Angebot. Für Elan-Chef Kelly Martin, der seit 2003 an der Firmenspitze steht, dürfte deshalb die Übernahme durch Perrigo eine Bestätigung seines Kurses sein. Dem US-Konzern winken im Gegenzug mit einem Firmensitz in Irland hohe Steuerersparnisse.

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Perrigo will mit Elan seine internationale Expansion vorantreiben. „Und wenn man das zusammenbringt mit einem Domizil in Irland, das operative Steuereinsparungen bringt, ist das eine wirklich überzeugende Geschichte“, sagte Perrigo-Chef Joe Papa am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen aus Allegan im Bundesstaat Michigan stellt rezeptpflichtige Nachahmermedikamente, freiverkäufliche Arzneimittel, Gesundheitspräparate und Nahrungsergänzungs-Mittel her. Perrigo bietet den Elan-Aktionären je Aktie 6,25 Dollar in bar plus 10,25 Dollar in Perrigo-Aktien. Das entspricht einem Aufschlag von 10,5 Prozent auf den Schlusskurs der Elan-Aktie vom Freitag. „Ich denke, der Wert ist fair für Elan, und er ist fair für Perrigo“, sagte Elan-Chef Martin.

An der Börse wurde die Übernahme positiv aufgenommen: In Dublin schossen Elan-Papiere zeitweise um 8,7 Prozent in die Höhe. „Elan hat ein exzellentes Angebot für seine Aktionäre herausgeholt, das deutlich über dem Niveau liegt, das Royalty Pharma erreichen konnte,“ urteilten die Berenberg-Analysten.

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Experten zufolge könnte Perrigo nach dem Zukauf seine Unternehmenszentrale nach Irland verlegen. Das Land gilt wegen seiner niedrigen Unternehmensabgaben als Steuerparadies für Firmen. Der maßgebliche Steuersatz liegt dort bei 12,5 Prozent, verglichen mit 35 Prozent in den USA. Perrigo kann laut Konzernchef Papa mit Elan seine effektive Steuerrate künftig auf unter 20 Prozent von derzeit 30 Prozent drücken. Erst unlängst hatte der heimische Generika-Rivale Actavis mit der rund fünf Milliarden Dollar schweren Übernahme der in Dublin ansässigen Pharmafirma Warner Chilcott seine Steuerquote auf 17 von zuvor 28 Prozent senken können. Viele US-Unternehmen unterhalten aus diesem Grund Tochter-Firmen in Irland.

Elan hatte drei feindliche Übernahmeversuche von Royalty Pharma abgewehrt und sich schließlich vergangenen Monat selbst zum Verkauf gestellt. Die US-Investmentfirma hatte zuletzt 13 Dollar in bar geboten. Hinzu kommen sollen 2,50 Dollar je Aktie, falls das erfolgreiche Multiple-Sklerose-Mittel Tysabri bestimmte Umsatzschwellen erreicht. Elan kommt aktuell auf einen Börsenwert von mehr als sieben Milliarden Dollar. Der Börsenwert von Perrigo liegt bei rund zwölf Milliarden Dollar.

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