US-Gericht sieht Mitschuld bei Vioxx-Todesfall
Merck zu Millionstrafe verurteilt

Der amerikanische Pharmakonzern Merck ist im ersten Prozess um das Arthritis-Medikament Vioxx zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. Einem Geschworenen-Gericht zufolge trägt Merck eine Mitschuld an dem Tod eines Texaners.

HB ANGLETON. Mängel beim Medikament wie auch bei dessen Marketing hätten zum Tod des Mannes beigetragen, befand das Gericht am Freitag. Merck habe sich der Fahrlässigkeit schuldig gemacht. Das Gericht verurteilte den Konzern zur Zahlung von 24 Mill. Dollar Schadenersatz und 229 Mill. Dollar als Strafzuschlag. Merck kündigte Berufung an.

Die Witwe hatte erklärt, der Herztod ihres Mannes - ein Marathonläufer - sei auf die Einnahme von Vioxx zurückzuführen. Merck hatte dies zurückgewiesen. Der Anwalt der Klägerin sagte nach dem Urteil, er erwarte, dass nach texanischem Recht der Strafzuschlag am Ende nicht so hoch ausfallen werde.

Merck hatte das Medikament im September vom Markt genommen. Zu diesem Zeitpunkt benutzten es etwa 20 Mill. Menschen. Der Umsatz machte 2003 mit mehr als 2,5 Mrd. Dollar etwa zehn Prozent des Konzernumsatzes aus. Der Konzern wird jetzt mit mehr 4000 Klagen konfrontiert. Durch die tausenden von Klagen könnte Merck mit Schadenersatzforderungen im Milliarden-Höhe konfrontiert werden. Merck wird vorgeworfen, die Risiken des Arthritis-Mittels jahrelang verheimlicht zu haben. Merck-Aktien verloren nach dem Bekanntwerden des Urteils im Verlauf um bis zu 6,3 % auf 28,50 Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%