US-Gericht stoppt Zerschlagung
Yukos: Russland treibt Versteigerung voran

Ein US-Konkursgericht hat am Donnerstag eine Einstweilige Verfügung zum Stopp der für Sonntag geplanten Zwangsversteigerung der Tochter Juganskneftegas des angeschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos erlassen. Die staatliche russische Vermögensverwaltung hält trotz allem an der für Sonntag geplanten Zwangsversteigerung der Kernsparte des angeschlagenen Ölkonzerns Yukos fest.

HB MOSKAU. „Wir betreiben den von einem Gerichtsvollzieher angewiesenen Verkauf von Yugansk so lange, bis wir eine Anweisung erhalten, die Versteigerung zu stoppen. Daher planen wir weiterzumachen“, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag in Moskau. Yukos rechnete nach dem Gerichtsbeschluss nicht mit einem Stopp der Versteigerung, setzt nun aber darauf, dass die finanzierenden Banken sich an die Verfügung halten werden. „Unsere Hoffnung ist, dass die beteiligten Banken das US-Recht respektieren und die Finanzierung des Verkaufs ablehnen könnten“, sagte ein Sprecher.

Der russische Energiekonzern Gasprom will trotz des von dem US-Gericht verhängten Aufschubs der Zwangsversteigerung von Juganskneftegas weiter um die Yukos-Fördertochter mitsteigern. Die Gasprom-Ölsparte Gaspromneft teilte am Freitag in Moskau mit, sie werde an der für Sonntag angesetzten Auktion teilnehmen.

Yukos hatte in den USA nach seinem letzten Strohhalm gegriffen, um seine faktische Zerschlagung noch abzuwenden. Ein Gericht in Houston hatte dem Antrag Yukos' auf eine einstweilige Verfügung am Donnerstag stattgegeben und gefordert, die Auktion für zehn Tage zu stoppen. Allerdings blieb unklar, ob ein Gericht in den USA überhaupt zuständig für den Fall ist. Analysten hatten damit gerechnet, dass Russland mit den Planungen für die Auktion fortfahren würde.

Das Unternehmen beantragte auch Gläubigerschutz nach Kapitel Elf des US-Insolvenzrechts. Russland will durch den Verkauf von Yugansk - die Sparte fördert rund 60 % des Yukos-Öls - einen Teil seiner Steuernachforderungen gegen Yukos eintreiben, die sich mittlerweile auf rund 27 Mrd. Dollar (gut 20 Mrd. €) belaufen. Yugansk soll für eine Mindestgebot von umgerechnet 6,5 Mrd. € angeboten werden. Yukos hat erklärt, das Gebot sei viel zu niedrig und vernichte damit das Kapital der Anleger. Analysten beziffern den Wert von Yugansk auf 13,5 Mrd. bis knapp 19 Mrd. €.

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