US-Gericht weist Klage ab: Hochdeutsch zu können schützt Porsche vor Milliardenstrafe

US-Gericht weist Klage ab
Hochdeutsch zu können schützt Porsche vor Milliardenstrafe

Mit dem Versuch, Volkswagen komplett zu übernehmen, hatte Porsche 2008 für Furore gesorgt und damit Dutzende Hedegefonds gegen sich aufgebracht. Einer Strafe in den USA entkommt das Unternehmen – dafür ist es zu deutsch.
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DüsseldorfEs waren die ganz großen der sogenannten Schattenbanken, die es von Porsche wissen wollten. Mit Milliardenklagen hatten Hedgefonds wie Greenlight Capital, Royal Capital und Viking Global den deutschen Sportwagenbauer vor US-Gerichten bombardiert. Die Investoren waren aufgebracht, da sie sich von Porsches Versuch, Volkswagen komplett zu übernehmen, überrumpelt sahen.

Denn im Jahr 2008 hatten viele Anleger auf einen Kursverfall der VW-Aktie spekuliert. Doch als dann klar wurde, dass Porsche sich über spezielle Optionen bereits fast drei Viertel an Volkswagen gesichert hatte, platzten diese Wetten. Die „Shorties“ – wie Investoren genannt werden, die auf fallende Kurse setzen – verbrannten sich die Finger. Sie mussten Volkswagen-Aktien kaufen, um aus ihren Geschäften zu kommen. Sie waren gezwungen, tief in die Tasche greifen, da so viele Wetten auf den Kursverfall bestanden. Bis auf über 1000 Euro schnellte der Kurs einer VW-Aktie kurzzeitig in die Höhe.

Vor einem amerikanischen Bundesgericht waren andere Kläger bereits Ende 2010 mit der Forderung nach Schadenersatz von Porsche gescheitert. Eine weitere Klage hatten Hedgefonds vor bundesstaatlichen Gerichten in New York eingereicht (Dokumente zum Fall) – und scheiterten jetzt auch dort. Die Begründung des Gerichts: Porsche und Volkswagen sind zu deutsch. Und die Hedgefonds seien keine wirklichen New Yorker.

Die Abweisung der Milliardenklage hat Porsche-Aktien am Freitag nach oben getrieben. Die Titel des in keinem großen Index gelisteten Sportwagenbauers schossen um bis zu 7,4 Prozent auf 62,37 Euro

In der Werbung Baden-Württembergs heißt es: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Doch Porsche schützte in New York das Beherrschen der deutschen Sprache vor einer möglichen Milliardenstrafe. Insgesamt hatten die Hedgefonds einen Schaden von 1,4 Milliarden Dollar (1,06 Milliarden Euro) geltend gemacht. Zwar ist noch eine Berufung möglich – und auch in Deutschland sind Klagen der Investoren anhängig. Ein wichtiger Etappensieg ist dem Sportwagenbauer aus Baden-Württemberg aber offensichtlich geglückt. Robert Giuffra, ein Anwalt für Porsche, sprach von einem „wichtigen Sieg“.

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Kein einziger Hedgefonds in New York registriert

Kommentare zu " US-Gericht weist Klage ab: Hochdeutsch zu können schützt Porsche vor Milliardenstrafe"

Alle Kommentare
  • Hauptsache, keiner regt sich über die total verfehlte Zeile und Bebilderung auf... wir können alles, außer Nachrichten.

  • Hat sich von Euch Steckrüben mal jemand Gedanken darüber gemacht, dass die Börse in ihrer heutigen Form völlig überholt ist? Vor 100 Jahren war sie sinnvoll, aber heute, in Zeiten des Internets und des Onlinehandels ist sie hauptsächlich Schuld am Untergang des freien Handels und der freien Unternehmungen.
    Die Börse hat einfach nicht den Geist der Zeit verstanden und wird entweder in ihrer Sturheit oder im Aufruhr der Massen untergehen. So, oder so!

  • Verstehe ich das richtig? Die Hedgefonds sind zwecks Steuern und Intransparenz in Steueroasen registriert, möchten aber gern den Rechtsschutz des Staates New York genießen? Die New Yorker Richter haben richtig gehandelt: Wer in New York zum Rosinenpicken aufschlägt, soll gefälligst wieder gehen. Sollen die Hedgefonds doch auf Guensey oder in ihren sonstigen dubiosen Standorten klagen!

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