US-Gewerkschafter Gooden kritisiert Abberufung und stellt sich gegen Stuttgarter Kollegen
Streit zwischen Mercedes und Chrysler

Im Daimler-Chrysler-Konzern öffnet sich eine neue Kluft zwischen der Zentrale in Stuttgart und den Chrysler-Verantwortlichen in den USA. Anlass ist der umstrittene Sturz des ehemaligen Chrysler-Vize Wolfgang Bernhard, der Anfang Mai neuer Mercedes-Chef werden sollte.

hof/wsj FRANKFURT/M. Die Front läuft quer durch das Arbeitnehmerlager. Als „gravierenden Fehler“ bezeichnet Daimler-Aufsichtsrat Nate Gooden die Entscheidung gegen Bernhard in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“.

Gooden, Vizepräsident der mächtigen US-Autogewerkschaft UAW, stößt damit ins gleiche Horn wie vor einer Woche Chrysler-Chef Dieter Zetsche, der den Sturz von Bernhard als „sehr enttäuschend“ bezeichnet hatte. Die deutschen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hatten dagegen die Abberufung Bernhards ausdrücklich begrüßt.

Deutliche Kritik übte Gooden auch an der Art und Weise, wie Bernhard als künftiger Mercedes-Chef abgesetzt wurde. Er habe vor der entscheidenden Sitzung Ende April keinerlei Hinweise darauf erhalten, dass Bernhard nicht mehr den prestigeträchtigen Posten bekommen solle.

Offiziell war Bernhard darüber gestolpert, dass es zwischen ihm und dem amtierenden Mercedes-Chef Jürgen Hubbert unüberwindliche Differenzen über die Strategie der Premiummarke gegeben habe. Der 43-jährige Senkrechtstarter habe das Gefühl vermittelt, Mercedes sei ein Sanierungsfall.

Bernhard hatte sich vor allem die Sympathien der einflussreichen deutschen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat verscherzt. Maßgeblich für seine Abberufung, zwei Tage bevor er offiziell an die Mercedes-Spitze rücken sollte, war nach Meinung von Insidern zudem, dass er in der Frage einer weiteren Finanzspritze für den Not leidenden japanischen Daimler-Partner Mitsubishi gegen Konzernchef Jürgen Schrempp votiert hatte.

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