US-Investor fordert Umbildung des Aufsichtsrats
Wyser-Pratte setzt IWKA weiter unter Druck

Der US-Investor Guy Wyser-Pratte fordert vom Karlsruher Anlagenbauer IWKA ultimativ eine Umbildung des Aufsichtsrats und bleibt bei seiner Forderung zur Konzentration auf das Roboter-Geschäft.

HB KARLSRUHE. Auf einer turbulenten Hauptversammlung am 3. Juni hatte der Investor den Antrag auf Abwahl von Aufsichtsratschef Reinhard Engel und des früheren Mercedes-Chefs Jürgen Hubbert nach dem Rücktritt von Vorstandschef Hans Fahr zurückgezogen. „Als wir unsere Resolution zurückgezogen haben, haben wir ihnen gesagt, dass wir erwarten, in den nächsten 90 Tagen zusammenzuarbeiten, um einen neuen Aufsichtsrat zusammenzustellen“, sagte Wyser-Pratte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitagabend in Frankfurt. Seither habe er sich mehrmals mit IWKA ausgetauscht.

„Ich muss sie von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wir unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, wenn sie auf ihre alten Pfade zurückkehren“, sagte Wyser-Pratte, der nach eigenen Angaben 6,5 Prozent an IWKA hält. Die Frist läuft bis Ende August. IWKA war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Fahr war unter dem Druck der wachsenden Opposition unter den ausländischen Aktionären zurückgetreten, als deren Sprachrohr sich Wyser-Pratte seit seinem Einstieg Ende 2003 sieht. „Wenn wir die Veränderungen umgesetzt sehen, die wir fordern, werden wir unsere Position möglicherweise ausbauen“, sagte der US-Investor.

Wyser-Pratte umriss in dem Interview seine Vorstellungen von der künftigen Struktur der IWKA: „Wenn man ein Unternehmen mit einer bis 1,2 Milliarden (Euro) Umsatz haben will, dann muss man genug von der Automobiltechnik zusammen mit (der Roboter-Sparte) Kuka behalten. Und dann nimmt man die Verpackungstechnik und wirft sie so fest und schnell und weit weg, wie es geht“, sagte Wyser-Pratte. Der IWKA-Vorstand will die Verpackungsmaschinen- Sparte auch nach Fahrs Rücktritt behalten, um die Abhängigkeit von den Automobilzyklen zu verringern. 2004 hatte IWKA 2,17 Milliarden Euro umgesetzt, darunter knapp 400 Millionen Euro mit reiner Robotertechnik.

Der Investor sagte, er habe mit Interessenten an der Verpackungstechnik bereits Kontakt aufgenommen. „Die bieten gute Preise für die Division“, sagte Wyser-Pratte. Der Verkaufserlös solle verwendet werden, um ein Vertriebs- und Servicenetz bei Kuka aufzubauen, und um neue Kunden abseits der Autoindustrie zu finden, etwa in der Raumfahrt.

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