US-Konjunktur
Dramatische Entlassungswelle in den USA

Die Entlassungswelle in den USA verschärft sich dramatisch. Experten sagen der USA einen Verlust von erneut mehr als zwei Millionen Arbeitsplätzen voraus. Doch die Krise erfasst längst nicht mehr nur die klassischen US-Krisenbranchen Banken, Bau, Auto und Handel. Schwieriger könnte die Situation für den neuen Präsidenten Barack Obama kaum sein.

NEW YORK. Große und kleine Unternehmen geben derzeit im Tagesrhythmus Stellenstreichungen bekannt und beschleunigen damit die Abwärtsspirale in der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt. Dabei zeigen die jüngsten Meldungen von bekannten Konzernen wie Alcoa (der Aluminiumriese trennt sich von 13 500 Mitarbeitern) oder Boeing (4 500 Entlassungen) längst nicht das ganze Bild. Es sind vor allem zahlreiche kleinere Unternehmen, die im Zuge von Umsatzeinbrüchen und Finanzierungsproblemen einen Teil ihrer Belegschaft entlassen.

2008 hat die USA bereits 2,6 Millionen Arbeitsplätze verloren. Experten befürchten, dass sich die Lage 2009 deutlich verschlimmert. Die Analysten des Prognose-Instituts IHS Global Insight rechnen bis Jahresende mit einem Anstieg der Arbeitslosenrate von derzeit 7,2 Prozent auf 9,4 Prozent. Das wäre der höchste Stand seit 1982, als mit 10,8 Prozent ein Nachkriegsrekord markiert wurde. Einige Experten halten es für möglich, dass 2009 die Zehn-Prozent-Marke überschritten werden könnte.

Der einbrechende Arbeitsmarkt belastet vor allem den Binnenkonsum und setzt einen Teufelskreis in Gang, weil damit die seit Jahren wichtigste Triebfeder der US-Konjunktur getroffen wird. Eine Folge des Konsumeinbruchs sind Firmenpleiten wie die von Circuit City. Der zweitgrößte Elektronikhandelskonzern Amerikas mit zuletzt elf Mrd. Dollar Umsatz hat im Konkursverfahren keinen Finanzier gefunden und muss nun liquidiert werden. Mehr als 30 000 Menschen stehen über Nacht auf der Straße. Analysten zufolge liefert der Zusammenbruch von Circuit City nur einen Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Wochen insbesondere auf den US-Handel zurollen wird: Burt Flickinger von der New Yorker Unternehmensberatung Strategic Resource Group erwartet im laufenden Jahr die Schließung von mindestens 200 000 Geschäften in den USA. Dabei könnten in 2 000 bis 3 000 Einkaufszentren komplett die Lichter ausgehen.

Bei den jüngsten Bekanntmachungen fällt auf, dass die Streichungen nicht mehr allein aus den zentralen US-Krisenbranchen Banken, Bau, Auto und Handel kommen. Insbesondere im Mediengeschäft sowie in der IT-Industrie häufen sich die Entlassungsmeldungen. So haben mit Dell, Motorola und dem Chiphersteller AMD innerhalb kurzer Zeit bereits drei bekannte IT-Namen Personalkürzungen publik gemacht. Die nächste Hiobsbotschaft für den Sektor wird an diesem Donnerstag erwartet, wenn der Softwareriese Microsoft seine Zahlen zum Schlussquartal 2008 vorlegt. US-Medien spekulieren mit der Ankündigung von bis zu 15 000 Entlassungen.

Seite 1:

Dramatische Entlassungswelle in den USA

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%