US-Konzern Forest Laboratories erwirbt Vertriebsrechte für Schlaganfall-Medikament
Lizenz-Erfolg für Biotechfirma Paion

Erstmals hat jetzt ein großer US-Pharmakonzern ein in Deutschland entwickeltes Biotech-Medikament einlizenziert. Im Rahmen einer Entwicklungs-Kooperation sicherte sich das expansive Pharmaunternehmen Forest Laboratories die US-Vertriebsrechte an einem neuartigen Schlaganfall- Medikament der Aachener Paion GmbH.

shf FRANKFURT/M. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Doch werden die Abschlags- und Meilensteinzahlungen von Forest nach den Worten von Paion-Chef Wolfgang Soehngen die weitere klinische Entwicklung des Wirkstoffs Desmoteplase absichern. Die Kosten dafür wurden bislang auf 40 - 50 Mill. Euro geschätzt. Die Ressourcen, die dadurch frei werden, will das Aachener Unternehmen vor allem nutzen, um die Arbeiten an einem zweiten Entwicklungsprodukt voranzutreiben und weitere Wirkstoffe einzulizenzieren. „Wenn wir diese Hausaufgaben erledigt haben, ist auch ein Börsengang denkbar“, meinte Soehngen

.

Branchenfachleute wie Julia Schüler von Ernst & Yong werten die Allianz als weiteres Indiz für die Fähigkeit der deutschen Biotech- Szene, eigene Produkte für den Pharmasektor zu entwickeln. Die Branche gilt in dieser Hinsicht bislang noch als relativ schwach. Allerdings konnten in jüngerer Zeit mehrere Firmen zumindest Deals mit US-Biotechfirmen abschließen. So kooperiert zum Beispiel Probiodrug bei der Entwicklung eines neuen Diabetesmittel mit der OSI Pharmaceuticals.

Der von Paion entwickelte Wirkstoff Desmoteplase hatte vor wenigen Monaten erfolgreich eine Phase-II-Studie abgeschlossen, bei der die Wirksamkeit an mehr als 200 Patienten getestet wurde. Die Zulassung will Paion 2007 beantragen. Bei dem Wirkstoff, den Paion vor vier Jahren von Schering erworben hatte, handelt es sich um die gentechnisch hergestellte Version eines Proteins der Vampirfledermaus, das Gerinnsel im Blut löst. Der entscheidende Vorteil der Substanz besteht darin, dass sie bis zu neun Stunden nach Eintritt eines Schlaganfalls wirkt, während etablierte Wirkstoffe nur in den ersten drei Stunden eingesetzt werden können.

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