US-Konzern kauft Skihersteller Rossignol
Quiksilver greift mit Übernahme Adidas an

Der Wettbewerb in der Sportartikelindustrie verschärft sich. Mit der Übernahme des weltgrößten Skiherstellers Rossignol durch den amerikanischen Freizeitbekleidungsanbieter Quiksilver entsteht ein neuer Branchenriese, der vor allem dem deutschen Sportkonzern Adidas-Salomon Konkurrenz macht.

HB MÜNCHEN. Die neue französisch-amerikanische Allianz greift die schwächste Flanke des Adidas-Salomon-Konzerns an, die Outdoor-Sparte. Das in der französischen Tochter Salomon gebündelte Geschäft mit Skiausrüstung und Outdoor-Equipment hatte zuletzt rote Zahlen nur knapp vermieden. Bei einem Umsatz von 653 Mill. Euro erreichte das Betriebsergebnis nur neun Mill. Euro. Seit Jahren bemüht sich Salomon-Chef Jean-Luc Diard mit wenig Erfolg, das Unternehmen auf Kurs zu bringen und die vom Wintersport dominierte Produktpalette zu erweitern.

Durch den Kauf von Rossignol schafft Quiksilver nun einen Konzern, der in beiden Bereichen gut aufgestellt ist: Quiksilver deckt die Outdoor-Aktivitäten am Meer ab, Rossignol kümmert sich um Bergsport und Skifahren. „Wir schaffen den Weltmarktführer im Outdoor-Bereich“, sagte gestern Bernard Mariette, Präsident von Quiksilver.

Das in New York an der Börse notierte Unternehmen bezahlt 19 Euro je Aktie für die in Paris notierte Rossignol, alles in allem rund 240 Mill. Euro. Dabei übernehmen die Amerikaner zunächst den Mehrheitsanteil der Familie Boix-Vives und wollen in der Folge alle freien Aktionäre abfinden.

Obwohl weltweit kein Unternehmen so viel Ski verkauft wie Rossignol, liefen die Geschäfte zuletzt nicht gut. Der Umsatz liegt bei knapp 500 Mill. Euro, im laufenden Geschäftsjahr wird auf Grund von Restrukturierungskosten ein hoher Verlust anfallen. „Es wäre schon gut, wenn der Skimarkt stabil bleibt“, gab jüngst Helmut Bälz, Deutschland-Chef von Rossignol, eine pessimistische Prognose und ergänzte: „Es ist nicht leicht in diesem Markt Geld zu verdienen.“

Wegen gestiegener Materialkosten und fallender Preise haben viele Skihersteller mit Ertragsproblemen zu kämpfen. Quiksilver ist mit einem Jahres-Umsatz von rund 1,3 Mrd. Dollar wesentlich größer als Rossignol. Im abgelaufenen Quartal erzielte die Firma bei Einnahmen von 343 Mill. Dollar einen Gewinn von 14 Mill. Dollar.

Seit langem erwarten Experten Übernahmen in der Ski-Industrie. Bereits im vergangenen Sommer hatte der US-Skihersteller K2 den deutschen Wettbewerber Völkl übernommen. „Es gibt keinen Zweifel, dass die Konsolidierung weitergehen wird“, sagte Roger Talermo, Chef der Amer-Group (Atomic). Adidas-Chef Herbert Hainer dagegen will alleine weitermachen. Mit einem Sanierungsprogramm soll Salomon für den Kampf fit gemacht werden. Quiksilver-Präsident Mariette kündigte gestern bereits eine harte Auseinandersetzung an. In den nächsten fünf Jahren soll der Umsatz des neu formierten Konzerns um die Hälfte steigen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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